Rache im Zürcher Limmattal: Fitnessgerät der Nachbarn mit Honig beschmiert
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Rache im Zürcher LimmattalFitnessgerät der Nachbarn mit Honig beschmiert

Eine Rentnerin beschädigte aus Rache zwei Gegenstände von Nachbarn und kassierte dafür einen Strafbefehl. Weil sie diesen nicht akzeptierte, musste sie vor Gericht antraben.

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Das Bezirksgericht Dietikon urteilte über einen Streit zwischen Nachbarn.

Das Bezirksgericht Dietikon urteilte über einen Streit zwischen Nachbarn.

Keystone/Walter Bieri

Der Vorfall ereignete sich im vergangenen Mai in einem Mehrfamilienhaus im Zürcher Limmattal, das aus Eigentumswohnungen besteht. Zu nächtlicher Stunde begab sich die Beschuldigte, eine 71-jährige Rentnerin, in den Trocknungsraum und beschmierte dort ein Fitnessgerät und einen Hocker mit Honig. Beide Gegenstände gehören einem benachbarten Paar.

Alsbald flatterte der Seniorin laut «Limmattaler Zeitung» ein Strafbefehl ins Haus. Wegen geringfügiger Sachbeschädigung sollte sie 250 Franken Busse plus 350 Franken Gebühren bezahlen. Das liess die Frau nicht auf sich sitzen und erhob dagegen Einspruch. «Weil ich einen Freispruch will», wie sie am Mittwoch bei der Verhandlung am Bezirksgericht Dietikon sagte.

Für sie sei dies keine Sachbeschädigung: «Ich habe das Gerät im Nachhinein mehrfach kontrolliert, und da war rein gar nichts beschädigt.» Der Einzelrichter entgegnete darauf, das Paar habe beide Gegenstände mit erheblichem Aufwand reinigen müssen. «Das war auch meine Absicht», sagte die 71-Jährige.

«Das gehört sich einfach nicht»

Man erfuhr, dass es zwischen den beiden Parteien seit vielen Jahren «Chritz» gebe, wie es die Frau vor Gericht ausdrückte. Das Paar erlaube sich immer wieder Sachen, als würde ihm das ganze Haus gehören. «Die haben Enkel und ständig Besuch, und da stehen dann jeweils vor ihrer Wohnung Schuhe kreuz und quer im Korridor. Das gehört sich einfach nicht.» Wohl darum hat sie den Nachbarn auch schon mal Eiswürfel in die Schuhe gelegt, wie der Einzelrichter erwähnte.

Wegen der Honig-Attacke wird die Frau schliesslich schuldig gesprochen. «Eine Sachbeschädigung muss nicht dauerhaft sein. Der Sachverhalt ist auch erfüllt, wenn eine vorübergehende Beeinträchtigung verursacht wurde», begründete der Einzelrichter sein Urteil gemäss «Limmattaler Zeitung». Es wird nun erheblich teurer für die Rentnerin: Zu den bisherigen 600 Franken kommen nochmals 1500 Franken für die Verhandlung hinzu.

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