Mitglieder fühlen sich abgezockt - Fitnessstudio geht Konkurs – Verträge laufen trotzdem weiter
Publiziert

Mitglieder fühlen sich abgezockt Fitnessstudio geht Konkurs – Verträge laufen trotzdem weiter

Das Fitnesscenter Hotshape Ladies hat Konkurs angemeldet und musste alle vier Standorte schliessen. Die Verträge der Kundinnen laufen jedoch weiter und es werden laufend Mahnungen geschickt. Jetzt wehren sich die Frauen.

von
Shila Ochsner
1 / 4
Das Fitnessstudio Hotshape Ladies meldete Konkurs an. 

Das Fitnessstudio Hotshape Ladies meldete Konkurs an.

20 Min/ News-Scout
Alle vier Standorte in Eschen(LI), Schaan(LI), St. Gallen und Zürich sind geschlossen und bereits leer geräumt. 

Alle vier Standorte in Eschen(LI), Schaan(LI), St. Gallen und Zürich sind geschlossen und bereits leer geräumt.

20min/Shila Ochsner
Frauen aus Zürich und der Ostschweiz schlossen sich gegen den Inhaber zusammen. 

Frauen aus Zürich und der Ostschweiz schlossen sich gegen den Inhaber zusammen.

20min/Shila Ochsner

Darum gehts:

  • Das Hotshape Ladies Fitnesscenter meldet Konkurs an und schliesst alle vier Standorte.

  • Trotzdem laufen die Verträge der Kundinnen weiter und sie erhalten Mahnungen zu offenen Abo-Rechnungen.

  • Die Frauen schliessen sich zusammen und gehen gegen den Inhaber, der untergetaucht ist, vor.

Das Hotshape Ladies Fitnesscenter bot EMS-Trainings für Frauen an. Doch seit Anfang Jahres ist da der Wurm drin. Der Standort in St. Gallen machte nach dem Lockdown im April gar nicht mehr auf und verwies an die anderen Standorte in Eschen(LI), Schaan(LI) oder Zürich. Diese sind jedoch mittlerweile auch geschlossen und das Unternehmen meldete Konkurs an. Die Verträge laufen aber weiter und die Kundinnen bekommen laufend Mahnungen zu offenen Rechnungen ohne die Möglichkeit den Vertrag zu kündigen. Der Inhaber Mario Weithaler und seine Frau sind untergetaucht.

Beatrix Schmid (61) ist eine der Frauen, die sich vom Fitnessstudio Hotshape Ladies betrogen fühlt. Sie hat letztes Jahr ein Probetraining absolviert und sich danach zur Unterzeichnung eines Dreijahresvertrag verleiten lassen: «Ich war an einem emotionalen Tiefpunkt in meinem Leben und die Frau des Inhabers hat mich um den Finger gewickelt. Jetzt weiss ich, dass das nicht sehr schlau war», sagt Schmid. Sie war jedoch nicht die Einzige, die in diese Falle getappt ist.

Durch eine Freundin erfährt die 61-Jährige, dass der Standort in Zürich Anfang September nun auch seine Türen zumachte. «Wir haben kein E-Mail bekommen, es wurde nur auf der Website mitgeteilt», sagt sie. Und obwohl niemand mehr trainieren gehen kann, bekommen die Frauen, Mahnungen zu offenen Abo-Rechnungen. Es ist unmöglich die Verträge zu kündigen, wie die Frauen beim Versuch per E-Mail erfahren. «Wir werden nur vertröstet, dass wir ja, sobald das Studio wieder öffnet, den Vertrag verlängern können», sagt Schmid.

Wohnung und Job verloren

A.G.(29), die für Weithalter im Zürcher Standort arbeitete, traf es noch härter. Sie wurde Ende letzten Jahres wegen Corona gekündigt, doch die letzten Lohnzahlungen hat sie nie erhalten. «Ich konnte dadurch meine Miete nicht mehr zahlen und verlor die Wohnung», sagt die 29-Jährige. «Der Betreiber schuldet mir insgesamt über 20’000 Franken», fügt sie hinzu. A.G. hat sich einen Rechtsanwalt hinzugeholt, welcher ihr nebst den unregelmässigen Lohnzahlungen, noch weitere Ungerechtigkeiten aufzeigte. Wie zum Beispiel, dass sie im Stundenlohn kein Ferienzusatz erhalten hat und somit nur unbezahlten Urlaub machte.

Im Mai wurde ihr und den Mitarbeitenden aus Zürich vor dem Friedensrichter eine Entschädigung von Weithaler angeboten. «Das Angebot deckte nicht mal die Hälfte», sagt A.G. und lehnt das Angebot ab. Mithilfe ihres Anwalts klagte sie den Inhaber an. «Die Mitarbeiterinnen die sein Angebot angenommen haben, erhielten nur eine erste Ratenzahlung von 500 Franken», sagt sie.

«Wir lassen uns das nicht gefallen»

«Wir lassen uns das nicht gefallen», sagt Schmid. Mehrere Ex-Kundinnen von Zürich und aus der Ostschweiz haben sich in Whatsapp-Gruppen zusammengefunden, wo sie sich austauschen. Einige sind bereits gegen den Inhaber vorgegangen, wie das Tagblatt berichtete.

«Er hat uns alle blockiert», sagt A.G.. Keiner kann den Inhaber erreichen. Schmid ist sich sicher: «Er hat das geplant, weshalb er sich Anfang Jahres, aus dem Handelsregister austragen liess». Die Frauen möchten auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam machen, damit so etwas anderen nicht passieren kann.

Brauchst du oder braucht jemand, den du kennst, eine Rechtsberatung?

Hier findest du Hilfe:

Reklamationszentrale, Hilfe bei rechtlichen Fragen

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

31 Kommentare