Fixerraum: Junkies fürchten sich vor Polizeikontrollen
Aktualisiert

Fixerraum: Junkies fürchten sich vor Polizeikontrollen

Der Fixerraum beendete seinen ersten Tag gestern mit einer durchzogenen Bilanz. Die Junkies sind vom Projekt begeistert, obwohl die Angst vor Polizeikontrollen riesig ist.

«Der Eröffnungstag war ein voller Erfolg», freut sich Karin Solenthaler, die gestern ihren ersten Einsatz im Fixerraum leistete. Bis zur Schliessung um 18 Uhr besuchten 28 Heroinabhängige den Fixerraum und konsumierten insgesamt 35 Portionen. «Mit diesem Andrang hätten wir nie gerechnet», sagt Solenthaler.

Den Junkies gefiel dann auch, was sie sahen: «Schöne Räume und freundliche Leute», so der 45-jährige Andy. Er habe sich aber mit einem mulmigen Gefühl auf den Weg zum Fixerraum gemacht. «Ich vermutete, dass die Polizei direkt davor steht und alle filzt», erzählt der Luzerner. Denn dies sei in den 90er-Jahren beim Fixerraum im Stadthaus gang und gäbe gewesen.

Andy ist mit seinen Befürchtungen bei weitem nicht alleine. «Von der Gassenküche getraute sich wegen möglichen Polizeikontrollen fast niemand hierher», weiss der 41-jährige Heroinkonsument Noldi. Auch er fürchtete sich, war aber zu neugierig, um dem Fixerraum fernzubleiben. Die Stadtpolizei Luzern gibt indes Entwarnung: «Wer auf direktem Weg zum Fixerraum geht, wird nicht kontrolliert», sagt Sprecherin Tina Meyer.

Barbara Senn

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