Frauenfeld TG: Flackerndes Licht beim Bahnhof ist eine Gefahr für Epileptiker
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Frauenfeld TGFlackerndes Licht beim Bahnhof ist eine Gefahr für Epileptiker

In Frauenfeld TG spielt eine Lichtanlage verrückt. Bei einer Unterführung flackert das Licht. Dies ist eine Gefahr für fotosensitive Epileptiker. Auf Facebook postet ein User ein Video.

von
Adriel Monostori

So sieht das Flackern beim Bahnhof in Frauenfeld aus.

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Darum gehts

  • Am Bahnhof Frauenfeld flackert das Licht in einer Unterführung.

  • Zuständig für die Wartung der Lichter ist Thurplus.

  • Das Flackern kann eine Gefahr für Epileptiker sein.

  • Thurplus hat erst heute von dem flackernden Licht erfahren und eine Wartung angesetzt.

In einer Unterführung beim Bahnhof in Frauenfeld ist einem Mann ein flackerndes Licht aufgefallen. Er hat ein Video davon in lokalen Gruppen auf Facebook gepostet. Dazu meinte der Mann, er habe das Licht um drei Uhr morgens entdeckt. Zum Stromsparen könne das Flackern wohl kaum sein.

Verantwortlich für die Lichtanlage bei der Unterführung sind die technischen Betriebe in Frauenfeld, Thurplus. «Einige Anlagen der SBB werden von uns unterhalten, so auch diese Lichtanlage», sagt Peter Wieland, Geschäftsleiter von Thurplus. Dass die Leuchten flackern, sei ein Zeichen dafür, dass man sie austauschen müsse. «Wir sind darauf angewiesen, dass Störungen möglichst schnell bei uns gemeldet werden», so Wieland. Die Leuchten werden, gemäss Thurplus, voraussichtlich am Mittwochabend ersetzt. Davon erfahren habe man erst durch die Nachfrage zum Video.

Für Epileptiker gefährlich

Der Facebook-User erwähnte zu dem flackernden Licht seine Bedenken bezüglich Epilepsie. Das Flackern könne tatsächlich bei fotosensitiven Epilepsie-Betroffenen Anfälle auslösen, so Julia Franke, Geschäftsführerin der Schweizerischen Epilepsie-Liga. «Vor allem wenn das Flackern massiv ist, kann es für diese Personen gefährlich werden.» Auch flackernde Velolichter seien Auslöser für fotosensitive Epilepsie-Betroffene. «Dass Velolichter Anfälle auslösen, ist aber eher selten, da das Licht weniger massiv ist», sagt Franke. Gemäss einem Experten der Schweizerischen Epilepsie-Klinik ist das Flackern am Bahnhof Frauenfeld im gefährlichen Bereich.

«Es gibt mehr Epilepsie-Betroffene, als man denkt», erklärt Franke. Rund ein Prozent der Schweizer Bevölkerung habe Epilepsie. «Dass alle Epilepsie-Betroffene auf Licht reagieren würden, ist ein Mythos», sagt die Expertin. Von 80’000 Fällen haben nur etwa fünf Prozent fotosensitive Epilepsie. «Fünf Prozent sind aber auch nicht wenig», fügt sie hinzu. Für diese Personen sei das Licht am Bahnhof Frauenfeld problematisch.

So reagiert man richtig bei epileptischen Anfällen

1. Vor Verletzungen schützen

Nichts zwischen die Zähne schieben.

Etwas Weiches unter den Kopf legen.

Kleidung lockern.

Gegenstände aus dem Weg räumen.

Bewegung nicht blockieren.

2. Die Ambulanz nur dann rufen, wenn …

… die Person verletzt ist oder das «Krampfen» länger als drei Minuten dauert.

3. Nach dem Anfall

Person in stabile Seitenlage bringen.

Bei ihr bleiben.

Noch mehr Informationen, sowie ein Video, findest du auf epi.ch.

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