UCI wehrt sich - Flasche weggeworfen – das meint Schär zu seiner Disqualifikation
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UCI wehrt sich Flasche weggeworfen – das meint Schär zu seiner Disqualifikation

An der Flandern-Rundfahrt wurde der Schweizer Rad-Profi Michael Schär disqualifiziert, weil er eine leere Trinkflasche wegschmiss. Nun äussert er sich auf Instagram dazu – und ist wütend.

von
Nils Hänggi

Hier gut zu sehen: Schär schmeisst seine leere Trinkflasche weg.

Video: Twitter

Darum gehts

  • Michael Schär wurde an der Flandern-Rundfahrt disqualifiziert.

  • Er hatte eine leere Trinkflasche in die Nähe von Zuschauern geworfen.

  • Nun äussert sich der Schweizer zu seiner Bestrafung.

Die Flandern-Rundfahrt, sie verlief für die Schweizer Rad-Profis nicht wirklich gut. Michael Schär wurde beispielsweise aus dem Rennen genommen. Der 34-Jährige hatte seine Trinkflasche in die Nähe von Zuschauern geworfen. Das taxierte die Jury als Littering in einer Zone, in der das verboten ist, und disqualifizierte Schär.

Nun äussert sich der Rad-Profi zu seiner Disqualifikation. Auf Instagram schreibt er zu einem Foto mit einem kleinen Jungen im Fahrradtrikot: «Dear UCI, why kids start cycling». Im Post erzählt er von einem Erlebnis aus seiner Kindheit. 1997 hatte er mit seiner Familie die Tour besucht – ein Schlüsselerlebnis auf seinem Weg zum späteren Radprofi. «Zusätzlich zu den ganzen Eindrücken habe ich einen Bidon eines Profis erhalten. Dieser hat mich zuhause jeden Tag daran erinnert, was mein grosser Traum ist.» Und: «Ich fuhr jeden Tag voller Stolz mit meiner Flasche. Jeden Tag.»

Jetzt sei er einer dieser Profis, der die Zuschauer glücklich machen könne, schreibt der 34-Jährige weiter. In ruhigen Momenten des Rennens behalte er seine leere Flasche immer so lange, bis er ein paar Kinder am Strassenrand sehe. Dann werfe er sie vorsichtig dorthin, wo sie sie sicher auffangen könnten. «Vor zwei Jahren habe ich eine Flasche einem Mädchen gegeben. Später erzählten mir ihre Eltern, dass das Mädchen sich nicht nur einen Tag lang über diese Flasche gefreut hat. Nein, sie spricht immer noch von dieser Flasche», so Schär. «Das sind Momente, warum ich diesen Sport liebe.»

Andere Fahrer unterstützen Schär

Schär ist also wütend. Das merkt man in seinen Zeilen. Aber auch wenn er sich aufregt, die Regel, sie ist eindeutig. Seit dem 1. April gilt diese neue Regel des Radsport-Weltverband UCI: Wer seine leere Trinkflasche einer Gruppe von Zuschauern am Strassenrand vor die Füsse wirft, kann in einem Eintagesrennen mit einem Ausschluss bestrafen werden. Heisst: Schär ist der erste Fahrer, der aufgrund des neuen UCI-Regelwerks aus einem Rennen ausgeschlossen wurde.

Aber auch wenn die Regel klar ist, die Disqualifikation des Schweizers gerechtfertigt ist, unterstützen mehrere Rad-Profis den 34-Jährigen. Jasper Stuyven, Sieger von Mailand – Sanremo, schrieb beispielsweise «well said» in die Kommentarspalte. Rohan Dennis bezeichnete die neue UCI-Regel «als Witz». Und Stefan Küng schlug vor, «dass wir alle gleichzeitig ein paar Schulkindern unsere Flaschen zuwerfen. Mal sehen, was die UCI dann macht.»

Und was meint die UCI zum Streit, dem Unverständnis der Fahrer? Auf Anfrage von 20 Minuten teilt der Rad-Weltverband mit: «Die Regel, dass das Wegwerfen von Flaschen und Müll verboten ist, trat am 1. April in Kraft. Sie wurde in Absprache mit Vertretern der verschiedenen Teams ausgearbeitet und dann einstimmig angenommen.» Und: «Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Regel, die in einigen Fällen eine Änderung der Einstellung erfordert, dazu beitragen wird, den Radsport zum Sport des 21. Jahrhunderts zu machen.»

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