In Südafrika aufgetaucht: Flaschenpost nach 30 Jahren gefunden
Aktualisiert

In Südafrika aufgetauchtFlaschenpost nach 30 Jahren gefunden

30 Jahre lang war eine Flaschenpost in den Weltmeeren unterwegs. Letzte Woche kam der Brief wieder zum Absender in Oberriet zurück.

von
Ilda Özalp
Werner Kühnis mit dem Brief aus der Flaschenpost, die er als 18-Jähriger in den Rhein warf. Foto: ilö

Werner Kühnis mit dem Brief aus der Flaschenpost, die er als 18-Jähriger in den Rhein warf. Foto: ilö

Anfang der 80er-Jahre erlaubte sich Werner Kühnis als 18-jähriger Jungwachtleiter einen Spass und warf eine Flaschenpost in den Rhein bei Oberriet. Die Jungwacht-Aktion hatte er schon längst vergessen, als letzte Woche Post aus Südafrika kam: «Ich dachte zunächst an einen Lotteriebrief», sagt Werner Kühnis, der immer noch in Oberriet wohnt. Der Inhalt brachte aber laut «St. Galler Tagblatt» zutage, dass erst kürzlich eine Frau an einem Strand in Kapstadt die Flaschenpost gefunden und mit Hilfe einer deutschsprachigen Freundin an den Absender zurückgesandt hatte.

Doch wie konnte die Flaschenpost einen so langen Weg zurücklegen? Volker Strass, Ozeanograph am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, hält es für eher unwahrscheinlich, dass die Flasche einfach nach Südafrika gespült wurde. Er glaubt viel eher, dass die Flaschenpost etwa durch Fischer oder Tiere, zum Beispiel durch einen Wal, dorthin transportiert wurde. «Um nach Südafrika zu gelangen, müsste eine Flasche mehrfach den Atlantik überqueren. Von 1000 Flaschen nehmen 999 einen anderen Weg», sagt Strass.

Kühnis erinnert sich, dass es eine stabile Rum- oder Schnapsflasche war, die dem Rheinfall und den Strömungen standhalten konnte. Dass sie so weit kommen würde, hätte er nicht gedacht: «Ich finde es erstaunlich, dass die Flasche überhaupt aus dem Bodensee hinausgelangt ist.» Er hat nun die Finderin in Südafrika kontaktiert, um mehr über die mysteriöse Reise seiner Nachricht zu erfahren.

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