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Flash-Air: Terror-verbindungen der Besatzung wird überprüft

Nach dem Absturz einer Chartermaschine ins Rote Meer prüfen die Behörden, ob die getöteten Mitglieder der ägyptischen Besatzung und das Bodenpersonal am Flughafen Scharm el Scheich Verbindungen zu Terroristen hatten.

«Das gesamte betroffene Personal» und dessen «Vorgeschichte» würden überprüft, sagte Ägyptens Minister für Zivilluftfahrt, Ahmed Schafik, am Freitag in Kairo.

Er betonte, Ägypten schliesse «jede Möglichkeit eines feindseligen oder terroristischen Aktes völlig aus». Eine technische Panne gilt als wahrscheinlichste Ursache des Absturzes, bei dem am Samstag alle 148 Insassen einer Charter-Maschine getötet worden waren.

Die Boeing 737-300 der ägyptischen Gesellschaft Flash Airlines sei «hundertprozentig sicher» gewesen, bekräftigte Schafik vor Journalisten. Nach Informationen des französischen Radiosenders RTL laufen derzeit aber bereits «diskrete Ermittlungen» der ägyptischen Geheimdienste über die 13 ägyptischen Besatzungsmitglieder.

Dabei solle herausgefunden werden, ob einer oder mehrere von ihnen Kontakt zu islamisch-fundamentalistischen Gruppen gehabt hätten.

Auch die französische Polizei will prüfen, ob Mitglieder der Besatzung Verbindungen zu Terroristen hatten. Untersucht werden solle vor allem, ob der Pilot oder der Kopilot Beziehungen zu radikal-islamischen Bewegungen unterhalten oder psychische Probleme gehabt hätten, hiess es in Pariser Polizeikreisen.

Drei weitere Hypothesen

Die Ermittler prüfen neben der technischen Panne drei weitere Hypothesen: einen Pilotenfehler, eine terroristische Straftat oder einen Selbstmord des Piloten. Einen derartigen dramatischen Freitod hatte es der amtlichen Untersuchung zufolge im Oktober 1999 gegeben: Damals war eine EgyptAir-Maschine vor der US-Küste in den Atlantik gestürzt, 217 Menschen waren getötet worden.

Am Tag nach der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes nahm die französische Marine ihre Bergungsarbeiten im Roten Meer wieder auf. Die Signale der Flugschreiber seien nach wie vor vernehmbar, sagte Kapitänleutnant Valérie Fourrier. (sda)

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