Aktualisiert 08.09.2009 22:03

Steuern Appenzell Innerrhoden«Flat Rate Tax» ist in Appenzell kein Thema

Im Kanton Appenzell Innerrhoden sollen der Mittelstand und Familien steuerlich entlastet werden: Die Standeskommission (Regierung) legt dem Grossen Rat im November eine Teilrevision des Steuergesetzes vor. Das letzte Wort hat die Landsgemeinde im April nächsten Jahrs.

Die Standeskommission ist überzeugt, dass im Blick auf die aktuelle Wirtschaftslage «sehr schnell ein attraktiveres Steuergesetz in Kraft zu setzen ist», wie es in der am Montag verschickten Botschaft ans Parlament heisst. Nur so gelinge es, die Abwanderung zu verhindern und zusäztliches Steuersubstrat zu generieren.

Der Mittelstand und die Familien sollen entlastet werden, indem der Abzug für Versicherungskosten von 2400 auf 2900 Franken pro Person und der Abzug für Kinder in Ausbildnung von 5000 auf 8000 Franken pro Kind erhöht werden. Der Tarif für Kapitalleistungen aus der Vorsorge soll von einem Drittel auf einen Viertel gesenkt werden.

Bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer soll der Freibetrag für direkte Nachkommen von 100'000 auf 300 000 Franken erhöht werden.

Keine «Flat Rate Tax»

Geht es nach der Regierung, sollen auch die Unternehmen entlastet werden. Bei der Gewinnsteuer will sie einen Doppeltarif einführen, der Gewinne, die in Form von Dividenden sofort ausgeschüttet werden, mit 50 Prozent gegenüber dem ordentlichen Tarif begünstigt.

Die Bandbreite bei der Gewinnbesteuerung will die Standeskommission erweitern, indem sie das Minimum von 8 auf 6 Prozent herabholt; das Maximum der Bandbreite soll bei 11,5 Prozent beibehalten werden.

Die Einführung einer «Flat Rate Tax» ist für Appenzell Innerrhoden aus Sicht der Standeskommission kein geeigntes Mittel zur Förderung der Steuergerechtigkeit und soll deshalb nicht weiterverfolgt werden, heisst es in der Botschaft an den Grossen Rat. Im Thurgau etwa wird am 27. September über die «Flat Rate Tax» abgestimmt. (sda)

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