Flaute bei Schweizer Festivals
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Flaute bei Schweizer Festivals

Trotz tollem Wetter: Nach dem Greenfield zählte auch das Openair St. Gallen weniger Besucher. Gründe dafür sind der Verdrängungskampf, das rockige Line-up und die WM.

Letztes Jahr riss man sich noch um Tickets für die Openairs Greenfield und St. Gallen. Diesen Sommer hingegen herrschte Flaute: Trotz tollem Wetter zählte das St. Galler Festival, das gestern zu Ende ging, «nur» 80000 Besucher, 10000 weniger als 2005. Das Greenfield-Festival erlitt gar eine Einbusse von 15000 Eintritten. Und auch das Gurten-Festival – es startet in zehn Tagen – hat erst 70 Prozent der Tickets verkauft, laut Organisator Philippe Cornu «tendenziell weniger» als 2005.

Für die Flaute in der Openairszene gibt es drei Gründe. Erstens: Die Festivaldichte in der Schweiz hat ihren Zenit überschritten – es herrscht ein Verdrängungskampf. «Es gibt halt sehr viele Festivals», sagt Sabine Bianchi, Sprecherin des Openair St. Gallen. Und Gurten-Chef Cornu findet: «Der Kampf um die Besucher wird je länger je grösser.»

Zweiter Grund ist das rockige Line-up: 2005 setzte das Greenfield auf krachende Gitarren und traf damit den Nerv der Zeit. Dieses Jahr zog der Rest der Openairs nach. Die Folge: Rock dominiert die Festivals. Da stach das Openair Frauenfeld mit seinen Hip-Hop-Acts heraus – und verbuchte dank dieser Nischenprogrammierung 22000 Eintritte mehr. Als dritten Grund geben Veranstalter wie das Openair St. Gallen die Fussball-WM an. Cornu ist zuversichtlich: «Wenn die WM vorbei ist, wird es bei uns anziehen.»

Stefanie Rigutto

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