Aktualisiert 14.11.2011 14:52

CoopFleisch-Verkauf an der Theke geht zurück

Nach den Gammelfleisch-Vorwürfen kündigt der Coop Massnahmen an. Doch der Skandal hat bereits die ersten Folgen bei den Konsumenten.

Fleischverkäufe seien nicht zurück gegangen, sagt Coop-Chef Joos Sutter.

Fleischverkäufe seien nicht zurück gegangen, sagt Coop-Chef Joos Sutter.

«Wir bauen eine externe Frische- Zertifizierung auf. Ein unabhängiges Unternehmen wird ab Anfang 2012 bei Coop-Metzgereien Kontrollen vornehmen». Was 20 Minuten bereits am Freitag berichtete, bestätigt Coop-Chef Joos Sutter gegenüber dem «SonntagsBlick». Laut «SonntagsZeitung» soll das gleiche Vorgehen auch für die Brot- und Fischabteilung gelten.

Diese Kontrollen würden wie die internen Kontrollen unangemeldet durchgeführt. «Wir haben ja keinen einzigen Fall von schlechtem Fleisch, sondern nur Berichte von Mitarbeitern über Manipulationen mit Verkaufsdaten», schränkt Sutter die erhobenen Vorwürfe ein.

Coop mache intern 1300 bis 1500 Inspektionen pro Jahr, bei denen 5000 bis 6000 Proben genommen werden. Dabei werde die Zahl der Keime auf dem Fleisch kontrolliert. Hinzu kommen laut Sutter 400 bis 500 Inspektionen der kantonalen Labors.

Neue Ombudsstelle

Coop mache intern 1300 bis 1500 Fleischinspektionen pro Jahr, bei denen 5000 bis 6000 Proben genommen werden, sagte Sutter im Interview mit dem «SonntagsBlick» weiter. Dabei werde die Zahl der Keime auf dem Fleisch kontrolliert. Hinzu kommen laut Sutter 400 bis 500 Inspektionen der kantonalen Labors.

Was ihn betroffen mache sei, «dass die Aussagen in der Fernsehsendung anonym waren», erklärte Sutter. Deshalb habe Coop jetzt eine Ombudsstelle geschaffen. Dort können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deponieren, was ihrer Ansicht nach nicht gut läuft - anonym und geschützt. Die Ombudsstelle sei bereits fünfmal benützt worden.

Weitere Vorwürfe zurückgewiesen

Auf die Vorwürfe, ausländisches Pouletfleisch sei bei Coop «eingebürgert» und Fisch fälschlicherweise als Bio verkauft worden, erklärte der Coop-Chef: «Das ist nicht tolerierbar.» Coop profiliere sich über Labels und über die Herkunft der Produkte. Daher gehe das Unternehmen in diesem Bereich keine Risiken ein. Etwa beim Fisch würden für das Gütesiegel MSC unangemeldete Kontrollen gemacht.

Dass finanzielle Anreize für das Fehlverhalten der Coop-Metzger verantwortlich seien, kann sich Sutter nicht vorstellen. Richtig zu bestellen und das Fleisch zu disponieren sei eben Teil des Metzger- Handwerks; die Erfolgsbeteiligung bei Zielerfüllung betrage ausserdem maximal 2 Prozent des Lohnes und sei vom Unternehmensergebnis abhängig.

Kundenvertrauen hat gelitten

Sutter gesteht jedoch ein, das Vertrauen in Coop habe gelitten. Coop werde jetzt alles unternehmen, dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen. Künftig dürfe in Coop-Metzgereien abgepacktes Fleisch aus der Selbstbedienung generell nicht mehr ausgepackt und an der Frischfleisch-Theke verkauft werden.

«Fleisch ist ein heikles Produkt. Nulltoleranz ist radikal, aber klar kommunizierbar - für Kunden und Mitarbeiter. Das Fleisch von der Theke und das aus der Selbstbedienung sind jetzt zwei getrennte Welten», sagte Sutter dazu.

Die Fleischverkäufe seien bis jetzt nicht zurückgegangen. «Die Menge ist ungefähr gleich. Wir beobachten eine Verlagerung: Die Kunden kaufen mehr abgepacktes und weniger offenes Fleisch», meint Sutter. (sda)

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