Rügenwalder Mühle verkauft mehr Vegetarisches als Fleisch
Der deutsche Fleischhersteller Rügenwalder Mühle verkauft erstmals mehr Vegetarisches als Fleisch. Hier: Frikadellen auf einem Transportband.

Der deutsche Fleischhersteller Rügenwalder Mühle verkauft erstmals mehr Vegetarisches als Fleisch. Hier: Frikadellen auf einem Transportband.

Rügenwalder Mühle Presse
Publiziert

Vegane Schnitzel & Co.Fleischhersteller verkauft erstmals mehr Veggie-Produkte als Fleisch

Das deutsche Unternehmen Rügenwalder Mühle verkauft mittlerweile mehr vegetarische Ersatzprodukte als Fleischwaren. Auch beim grössten Schweizer Produzenten stehen Alternativen hoch im Kurs.

von
Luise Faupel

Du kennst vielleicht den ikonischen «Pommersche»-Werbesong der Rügenwalder Mühle noch aus TV-Spots von früher. Seither hat sich viel geändert: Das für seine Fleischprodukte bekannte Unternehmen aus Niedersachsen hat seinen Kurs geändert, seit 2014 auch Fleischalternativen mit ins Sortiment aufgenommen und ist nun deutscher Marktführer auf diesem Gebiet.

Neue Fabrik nur für Fleischalternativen

Nun wurde bekannt: Zum ersten Mal verkauft die Rügenwalder Mühle sogar mehr vegane und vegetarische Produkte als Fleischwaren. «Wir freuen uns, dass wir vor allem im Bereich der Fleischalternativen weiterhin auf Wachstumskurs sind», so Geschäftsführer Michael Hähnel.

Insgesamt steigerte das Unternehmen den Umsatz im vegetarischen und veganen Segment im vergangenen Jahr um 42 Prozent. Damit wuchs die Produktkategorie schneller als auf dem Gesamtmarkt, wo das Wachstum des Absatzes rund 33 Prozent betrug. Anlass genug für den Lebensmittelproduzenten, ein neues Werk zu übernehmen, in dem seit Mai hauptsächlich Fleischalternativen produziert werden.

So sieht der Veggie Schinken Spicker des deutschen Unternehmens vor dem Brühen aus.

So sieht der Veggie Schinken Spicker des deutschen Unternehmens vor dem Brühen aus.

Rügenwalder Mühle Presse

So siehts in der Schweiz aus

Veganer, Vegetarier und Flexitarier sind über derartige News erfreut – auch hierzulande, denn die Produkte von Rügenwalder Mühle sind zum Beispiel bei Lidl Schweiz erhältlich. Aber auch in der Schweiz gibt es Fleischhersteller, die mittlerweile pflanzenbasierte Alternativen zu Schnitzel und Würstli vertreiben. Wir haben bei der Bell Food Group nachgefragt, ob Fleischalternativen in der Schweiz einen ähnlichen Boom erleben.

Über die Bell Food Group

Die Bell Food Group AG ist eine Verarbeiterin von Fleisch und Convenience Food und Marktführer in der Schweiz. Neben Tochterfirmen wie dem Fleischhersteller Bell wird auch in Fleischalternativen, etwa von The Green Mountain, investiert.

Mediensprecher Fabian Vetsch erzählt uns: «Der Unterschied zwischen dem Unternehmen Rügenwalder Mühle und der Bell Food Group ist, dass Rügenwalder ursprünglich ein reiner Fleischhersteller war, der nun auf fleischlose Produkte umstellen will. Die Bell Food Group wird unter der Marke Bell weiterhin Fleischprodukte anbieten, setzt bei den Marken Hilcona, Eisberg und Hügli aber vermehrt auch auf vegetarische und vegane Produkte.»

«Aber auch die Bell Food Group hat in den letzten Jahren stark in den Ausbau des vegetarischen und veganen Sortiments investiert.» Mittlerweile mache das Unternehmen rund 22 Prozent des Umsatzes mit fleischlosen Produkten. «Eines unserer Tochterunternehmen, das Start-up The Green Mountain, ist auf die Herstellung von veganen Fleischalternativen spezialisiert und verzeichnet sehr erfreuliche Wachstumszahlen.»

Fleischalternativen boomen auch hierzulande

Als einer der wenigen Marktteilnehmer produziere The Green Mountain ausschliesslich in der Schweiz – besonders gut laufe ein Burger aus Erbsenprotein. «Mittlerweile hat das Unternehmen aber auch pflanzenbasierte Steaks, Schnitzel, Würste, Fleischkäse oder Filet auf den Markt gebracht.»

Diese Produkte seien ein wichtiges Geschäftsfeld – sehr nah an der jungen, auf Klimathemen fokussierten Zielgruppe und es sei erfreulich, es sehr stark wachsen zu sehen. «Auch wir haben uns zum Ziel gesetzt, unser Sortiment an vegetarischen und veganen Produkten weiter auszubauen», so Vetsch.

Wie findest du es, dass Food-Unternehmen ihr vegetarisches und veganes Angebot ausbauen oder vermehrt auf Fleischalternativen setzen?

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