Kommt bald das Homeoffice-GA? - Flexibles GA, Guthaben, Preisdeckel – diese Preismodelle testen SBB & Co.
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Kommt bald das Homeoffice-GA?Flexibles GA, Guthaben, Preisdeckel – diese Preismodelle testen SBB & Co.

Die ÖV-Branche testet neue Abo- und Preismodelle. Sie sollen die Pendlergewohnheiten besser abbilden und wieder mehr Menschen in den öffentlichen Verkehr locken.

von
Marcel Urech
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Die SBB überlegt sich, ein neues Preismodell einzuführen: Wer ein «ÖV-Guthaben» kauft, erhält Rabatt. 

Die SBB überlegt sich, ein neues Preismodell einzuführen: Wer ein «ÖV-Guthaben» kauft, erhält Rabatt.

20min/Marco Zangger
Solche und ähnliche Ideen sollen die Nutzung des ÖVs wieder attraktiver machen.

Solche und ähnliche Ideen sollen die Nutzung des ÖVs wieder attraktiver machen.

20min/Celia Nogler
Im Gespräch ist auch ein Preisdeckel für ÖV-Fahrten.

Im Gespräch ist auch ein Preisdeckel für ÖV-Fahrten.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Ändern sich die Pendlergewohnheiten, muss der öffentliche Verkehr mitziehen.

  • SBB & Co. testen darum neue Preismodelle, die sie bald in ihr Angebot aufnehmen könnten.

  • Der Preisüberwacher Stefan Meierhans ist nicht von allen Vorschlägen begeistert.

Der öffentliche Verkehr (ÖV) ist wie viele Branchen stark von der Corona-Pandemie betroffen. Laut der Branchengruppe «Alliance Swiss Pass», welche die Transportunternehmen und Tarifverbünde vertritt, liegen der Umsatz um elf Prozent und die Passagierzahlen 25 Prozent tiefer als vor Corona. Ein Mittel, um das zu ändern, könnten neue Preismodelle sein. Dieser Meinung ist auch Preisüberwacher Stefan Meierhans, der ein Homeoffice-GA fordert. Neue Abos könnten die Auslastung von Zug, Bahn und Tram wieder verbessern.

ÖV-Guthaben und flexibles GA

Der Waadtländer Tarifverbund Mobilis führte Mitte August probeweise das Flexi-Abo ein: Ein GA mit 104 oder 156 Nutzungstagen, das aber nur an zwei oder drei frei wählbaren Tagen pro Woche gültig ist. Auch der Freiburger Tarifverbund Frimobil will das Abo ab Dezember anbieten.

Ebenfalls ab Dezember gibt es für 1200 ausgewählte Kundinnen und Kunden der SBB eine neue Form des Rabatts: Sie können ein ÖV-Guthaben von 3000 Franken für 2000 Franken kaufen, oder ein Guthaben von 1000 Franken für 800 Franken. Das Preismodell könnte die Lücke zwischen General- und Halbtaxabonnement schliessen, sagt die SBB. Beim Test im Herbst kam das Modell laut «Tages-Anzeiger» besonders gut an. Auch der Tarifverband Zug wird das Modell ab Dezember testen, wobei es 500 Franken Guthaben für 400 Franken gibt. Die Kundinnen und Kunden müssen das Guthaben in einem Jahr aufbrauchen.

Auch in der Zone «Grand Lausanne» konnten Reisende vom Test eines neuen Preismodells profitieren. Wer sein Ticket zum Vollpreis per SMS kaufte, durfte ab dem 21. Kauf des Monats gratis fahren.

Ein Preisdeckel für Bahntickets

Im Preismodell «Capping» sind zusätzliche Fahrten ab einem bestimmten Betrag gratis. Der Tarifverbund A-Welle im Aargau testet das seit 1. September. Die Fahrten kosten den Preis des Monatsabos plus zehn Prozent. Wer das Abo im Voraus löst, fährt also günstiger. Im Urner Talboden läuft ab Herbst ein weiterer Test: Die Kundinnen und Kunden bezahlen pro Tag nie mehr als fünf Franken mit Halbtax oder 7.50 Franken ohne Halbtax.

«In Zeiten von negativen Zinsen ist dieser Penalty nicht einleuchtend», sagt Meierhans zum zehn-Prozent-Zuschlag in der A-Welle. Das Preissystem widerspreche der «haltestellengenauen Fahrterfassung».

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