Fliegen ab Zürich Unique wird teurer
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Fliegen ab Zürich Unique wird teurer

Flugpassagiere müssen künftig am Zürcher Flughafen höhere Gebühren bezahlen. Die Flughafenbetreiberin Unique erhöht die Gebühren ab nächstem Jahr für Lokalpassagiere von 36 auf 37 Franken und für Transferpassagiere von 20 auf 21 Franken. Die Swiss kritisierte das Vorgehen.

In der Mitteilung vom Dienstag begründete Unique die Anpassungen mit den höheren Sicherheitskosten. Seit der letzen Erhöhung der Passagiergebühren vor drei Jahren seien die Sicherheitskosten wegen der strengeren Auflagen um 15 Prozent oder 13 Millionen Franken auf 101 Millionen Franken jährlich gestiegen. Die höheren Gebühren sollen nun Zusatzeinnahmen von neun Millionen Franken bringen.

Von den heutigen Gebühren von 36 Franken machen die Sicherheitskosten zehn Franken aus. 21 Franken werden den Passagieren für die Benutzung der Infrastruktur verrechnet, fünf Franken als Lärmabgabe. Unique wies darauf hin, dass es sich bei den Sicherheitsleistungen eigentlich um eine hoheitliche Aufgabe handle. Anders als im Schienenverkehr müssten diese im Luftverkehr vom Verursacher getragen werden. Auch in Zukunft rechnet Unique mit überproportional steigenden Sicherheitskosten.

Die Fluggesellschaft Swiss, der Home-Carrier am Zürcher Flughafen, kritisierte das Vorgehen. Die Entwicklung in der Airline-Industrie gehe in eine andere Richtung, sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel auf Anfrage. Überall müssten Kosten gespart werden und könnten nicht einfach abgewälzt werden. Der Zürcher Flughafen gehöre schon heute zu den teuersten in Europa. «Wir werden uns bei den Konsultationen gegen die höheren Gebühren wehren», sagte Donzel.

Verschärft wird der Konflikt zwischen der Swiss und dem Flughafen noch durch den Streit um die Gebühren, die Unique von der Swiss und anderen Flughafenbenutzern verlangt. Unique führte Anfang Jahr so genannte Nutzungsentgelte ein, mit denen die Benutzung der Flughafeninfrastruktur verursachergerecht finanziert werden soll. Die Swiss und andere Flughafenbenutzer reichten dagegen eine Beschwerde ein.

Wie Unique nun weiter mitteilte, werden die Nutzungsentgelte nächstes Jahr sistiert, bis die Rechtsfragen geklärt sind. Die Swiss und andere Flughafenbenutzer werfen Unique vor, dass es für die Erhebung von Nutzungsentgelten keine Rechtsgrundlage gebe. Unique stellt sich auf den Standpunkt, eine EU-Richtlinie verpflichte die Betreiber von Flughäfen dazu, die Flughafengebühren verursachergerecht zu erheben. (dapd)

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