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Aviatik«Fliegen ist einfacher als Autofahren»

Der Chef der Korean Air hat eine abfällige Bemerkung übers Fliegen gemacht. Die Wut der Pilotengewerkschaft ist gross.

von
fal
Ins Fettnäpfchen getreten: Boss Cho Yang Ho hat seine Piloten mehr als nur verärgert. (3. Februar 2016)

Ins Fettnäpfchen getreten: Boss Cho Yang Ho hat seine Piloten mehr als nur verärgert. (3. Februar 2016)

Keystone

Die Bemerkung auf Facebook ist nicht gut angekommen. Dank der heutigen Autopilot-Technologie sei das Fliegen eines Flugzeugs «einfacher als Autofahren», schrieb Cho Yang Ho in dem sozialen Netzwerk. Die Pilotengewerkschaft war in Folge erzürnt und reichte deswegen am Mittwoch vor einem Gericht in Seoul Klage wegen Beleidigung ein.

Cho hatte im März auf Facebook auf Äusserungen eines Korean-Air-Piloten reagiert, der für eine Gehaltserhöhung argumentierte und dabei die komplexen Kontrollaufgaben anführte, die Piloten vor dem Start eines Flugzeugs abarbeiten müssen. «Bilden Sie sich nichts ein», antwortete Cho. «Darüber würde ja sogar ein Hund lachen. Sie tun gerade so, als ob Sie Lindbergh wären und den Atlantik überquert hätten.»

Unterschiedliche Auffassungen

Das kam gar nicht gut an bei den Piloten von Korean Air, die sich mit der Unternehmensführung ohnehin schon lange über die künftige Bezahlung streiten. Die Gewerkschaft entschied sich daher zum Gang vor Gericht. Ein Sprecher der Fluggesellschaft nannte die Klage «unverantwortlich».

Korean Air hatte schon im vergangenen Jahr mit einem skurrilen Rechtsstreit für Schlagzeilen gesorgt. Chos älteste Tochter Cho Hyun Ah, damals Vizechefin des Unternehmens, hatte im Dezember 2014 an Bord eines Flugs von New York nach Seoul mit einem Wutanfall darauf reagiert, dass ihr in der ersten Klasse Macademia-Nüsse in der Tüte statt in einer Schale serviert worden waren.

Eine Familie mit gewissem Ruf

Cho Hyun Ah bedrohte und beschimpfte die Stewardess und deren Chef und beorderte die Maschine zum Terminal zurück, um den Chefsteward des Flugzeugs zu verweisen. Wegen ihres Verhaltens wurde sie zu einer Haftstrafe verurteilt, die später in eine Bewährungsstrafe umgewandelt wurde. Ihren Posten bei der Airline gab sie auf.

Vater Cho wiederum hatte erst am Dienstag dieser Woche für Aufregung gesorgt, als er als Chef des Organisationskomitees für die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang 2018 zurücktrat. Er führte dafür dringend zu regelnde Probleme bei der Reederei Hanjing Shipping an. Sie gehört ebenso wie Korean Air zu Chos Mega-Konzern Hanjin Group. (fal/afp)

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