Vulkanasche über Europa: «Fliegen wäre schon lange wieder möglich»
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Vulkanasche über Europa«Fliegen wäre schon lange wieder möglich»

Airline-Chef und Formel 1-Legende Niki Lauda hält das Flugverbot für nicht mehr nötig. Testflüge hättetn gezeigt, dass die Vulkanasche Flugzeuge nicht beschädige.

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feb/kub

Die grossräumigen Sperrungen im europäischen Luftraum befürworten nicht alle. Den Österreichern passen sie offenbar gar nicht. Niki Lauda, der Chef der Fluglinie «Flyniki», sowie die Führung der Austrian Airlines (AUA) kritisieren die Massnahmen scharf. Laut den Flugunternehmern ist die Vulkanasche zur Zeit keine Gefahr mehr für den Flugverkehr in Österreich.

«Die Partikel sind nach Rücksprache mit meinem Triebwerkserzeuger mittlerweile kein Problem mehr» sagte Lauda auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den AUA-Vorständen Peter Malanik und Andreas Bierwirth in Wien. «Meiner Meinung nach könnte man schon lange fliegen.»

Lauda verlangt Testflug

«Flyniki» wollte in einer Höhe von unter 6000 Metern einen Sichtflug absolvieren, um die Triebwerke auf eventuelle Asche- und Staubspuren zu testen. Laut Lauda habe dies die österreichische Gesellschaft für Zivilluftfahrt, Austro Control, aber verboten. Deshalb will Lauda nun am Sonntag einen Testflug nach Salzburg durchführen lassen. Falls ihm dies Austro Control wieder nicht erlauben sollte, drohte er mit rechtlichen Konsequenzen.

Keine Schäden durch Asche bei Testflügen

Die Lufthansa und die niederländische Fluggesellschaft KLM haben nach Testflügen keine Beschädigungen an ihren Flugzeugen feststellen können.

Die Lufthansa flog zehn Maschinen ohne Passagiere von München nach Frankfurt und testete dabei Höhen bis 8000 Meter. Dabei wurden dem Konzern zufolge weder die Cockpit-Fenster noch der Rumpf oder die Triebwerke beschädigt.

KLM konnte während und nach einem Flug auf bis zu 13 000 Metern Höhe ebenfalls nichts Ungewöhnliches ausmachen. Falls weitere Untersuchungen dieses Ergebnis bestätigen, will KLM am Sonntag sieben Flugzeuge von Düsseldorf nach Amsterdam überführen.

Ein Sprecher der niederländischen Regierung erklärte, die Testflüge seien auf Anfrage der Europäischen Union durchgeführt worden. Auch in Frankreich und Belgien fanden demnach Testflüge statt. Damit solle festgestellt werden, ob die Beschränkungen im Flugverkehr wegen der Vulkan-Aschewolke gelockert werden können.

Die AUA ist zuversichtlich, dass der Flugbetrieb am Sonntagnachmittag teilweise wieder aufgenommen werden kann. Niki Lauda zeigte sich weniger optimistisch. (feb/kub/sda)

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