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BernFliegender Kater bringt Tierschützer auf die Palme

Bart Jansen lässt seinen Kater, den er zu einer Drohne umgebaut hat, am Berner «Mad Scientist»-Festival steigen. Was die einen freut, schreckt Tierrechtler auf.

von
sul

Kater Orville guckt dumm aus der Wäsche. Klar: Das verstorbene Tier wurde von seinem Herrchen Bart Jansen zu einem Flugobjekt umgebaut. Der Künstler kommt mit seinem 2011 erfundenen «Catcopter» nun nach Bern und lässt Orville diesen Freitag am «Mad Scientist»-Festival fliegen.

«So etwas ist einfach nur pervers. Hier fehlt jeglicher Respekt dem Tier gegenüber», meint Tierrechtlerin Edith Zellweger. Sie zeigt sich ob dieser «abscheulichen Form der Wiederverwertung» erschüttert. Oft würden solche Künstler, die mit toten Tieren provozieren wollen, auch noch staatlich subventioniert. Zellweger: «Das ist ein Armutszeugnis.»

«Zum Nachdenken anregen»

Roland Fischer, Mitorganisator des «Mad Scientist»-Festivals, teilt diese Meinung keineswegs. «Thema des Festivals ist die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Wir finden Jansens Ansatz spannend, scheinbar unvereinbare Kategorien wie Leben und Tod, Belebtes und Unbelebtes zu vermischen. Das soll die Zuschauer nicht bloss unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen.»

Letzte Ehre für das tote Tier

Seine tote Katze zu einem Fluggerät zu verarbeiten, ist Jansen nicht schwergefallen: «Orville wurde ein Jahr zuvor von einem Auto überfahren und wir lagerten ihn im Gefrierfach. Bis zum Start des Projektes ist ein Jahr vergangen und somit war auch die Trauerzeit vorbei», sagt er im Interview mit der «Berner Zeitung». Wie er in einem Youtube-Video erklärt, will er dem Kater auf diese Weise die letzte Ehre erweisen.

Am Freitag will Jansen nicht nur Katze Orville steigen lassen, sondern auch einen toten Strauss. Zuhause bleiben musste hingegen der Dachs – sein Motor ist kürzlich explodiert.

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