Flieger Lindberghs Doppelleben
Aktualisiert

Flieger Lindberghs Doppelleben

Ein DNS-Test hat Gewissheit gebracht: Der US-Fliegerheld Charles A. Lindbergh hatte tatsächlich ein Doppelleben geführt und in München drei aussereheliche Kinder gehabt.

Nach der DNS-Untersuchung sind die Tochter und die beiden Söhne der Münchner Hutmacherin Brigitte Hesshaimer mit über 99- prozentiger Sicherheit leibliche Kinder des Fliegers, wie deren Sprecher Anton Schwenk am Freitag in München mitteilte.

Anfang August hatten Dyrk, Astrid und David ihre Identität enthüllt und einen Beweis durch einen DNS-Test angekündigt. 17 Jahre lang führte der legendenverklärte US-Amerikaner demnach ein Doppelleben.

Die in Paris lebende Astrid Bouteuil zeigte sich am Freiatg «überglücklich» über die nun offen gelegte Familienbeziehung. «Das ist die Bestätigung, dass es noch Liebesgeschichten zwischen dem 'Alten Europa' und dem 'Neuen Amerika' gibt», sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Langjährige Beziehung

Das Verhältnis mit der 24 Jahre jüngeren Geliebten dauerte bis zu seinem Tod 1974. In seiner Heimat war er mit der Schriftstellerin Anne Morrow verheiratet. Die beiden galten als Traumpaar. Lindbergh hatte 1927 als erster Mensch im Alleinflug den Atlantik überquert.

Die DNS-Proben für den Test am Rechtsmedizinischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität stammten zum einen von den Kindern der Hutmacherin, zum anderen von einem US-amerikanischen Angehörigen Lindberghs, der allerdings nicht genannt werden wolle, sagte Schwenk.

Mit den Familienmitgliedern in den USA bestehe Kontakt. «Der Beziehungsaufbau läuft.» Der Prozess finde aber «hinter verschlossenen Türen» statt.

Noch zwei weitere Söhne?

Neue Einzelheiten über Lindberghs weiteres Verhältnis zur älteren Schwester der Hutmacherin gibt es nicht. Aus der Verbindung zu Marietta Hesshaimer, die heute in einem abgeschiedenen Ort im Kanton Wallis lebt, sollen zwei weitere Söhne hervorgegangen sein.

Damit hätte der Atlantik-Überquerer mindestens fünf aussereheliche Kinder. Die Schweizer Seite habe kein Interesse an Öffentlichkeit, sagte Schwenk am Freitag.

Die drei Geschwister arbeiten nach Schwenks Angaben derzeit gemeinsam an einem Buch über ihre Familiengeschichte, das voraussichtlich zur Frankfurter Buchmesse im kommenden Herbst herauskommen soll.

Ferner beginnt demnach im Dezember die Produktion eines TV- Dokumentar-Films «Die wahre Lindbergh-Story», der voraussichtlich bis zum 30. Todestag Lindberghs am 26. August 2004 fertig werden soll.

«Vater unbekannt»

Die Kinder hatten ihren Vater lange Zeit nur unter dessen Pseudonym Careu Kent gekannt. In ihren Geburtsurkunden steht «Vater unbekannt». Die 43-jährige Astrid Bouteuil, die heute bei Paris lebt, hatte im August berichtet, Lindbergh habe seine Zweitfamilie wenige Male im Jahr besucht.

Er habe sich immer sehr intensiv mit den Kindern auseinander gesetzt und viele Ausflüge unternommen. Stets habe er Englisch gesprochen. Die beiden Lindbergh-Söhne im Alter von 45 und 36 Jahren leben in der Umgebung Münchens.

Bouteuil hatte als junge Erwachsene mit Nachforschungen begonnen. Die Mutter gab schliesslich ihr Geheimnis preis, es musste aber bis zu ihrem Tod in der Familie bleiben. Ebenso fanden sich rund 150 heimliche Briefe, die Charles Lindbergh an seine Münchner Geliebte schrieb.

(sda)

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