Aktualisiert 31.03.2010 12:10

Konkurrenzkampf

Fliegt Google Maps vom iPhone?

Apple scheint in Zukunft ohne Kartenmaterial des Suchmaschinenanbieters auskommen zu wollen. Denn der IT-Konzern aus Cupertino soll an einer Konkurrenz zum Ortungsdienst Latitude arbeiten und hat einen Anbieter von Geodaten übernommmen.

von
hst
Apple hat einen Patenantrag für einen Ortungsdienst eingereicht, der an Google Latitude erinnert.

Apple hat einen Patenantrag für einen Ortungsdienst eingereicht, der an Google Latitude erinnert.

Wie 20 Minuten Online berichtete, hatte Apple im Sommer die Aufnahme der Applikation von Googles Ortungsdienst Latitude in den App Store abgelehnt. Google liess allerdings nicht lange auf sich warten und veröffentlichte seinen neuen Service kurzerhand als Web-Anwendung. Google Latitude zeigt Anwendern an, wo sich Freunde und Bekannte gerade befinden.

Sichtbar sind natürlich nur diejenigen Bekannten, die den Dienst ebenfalls installiert haben und den Zugriff auf die eigenen Geodaten erlauben. Der Dienst ist nicht nur fürs iPhone verfügbar, sondern steht jedem Web-Anwender offen - nur ist die Funktion bei stationärem Einsatz beschränkt sinnvoll. Wer die Anwendung vom iPhone aus nutzen will, muss ständig eine Internet-Verbindung offen halten und Google die Erlaubnis zum Zugriff auf Standortdaten geben. Ausserdem ist ein Gmail-Account erforderlich, dessen Zugangsdaten man einmalig speichern muss. Auch die Freunde benötigen alle einen Gmail-Account. Google teilte im offiziellen Mobile Blog mit, Apple habe beim Einstellen der Applikation verlangt, daraus einen Web-Service zu machen. Die Anwender würden den Dienst sonst mit der mitgelieferten Karten-Anwendung - die ebenfalls auf Google Maps basiert - verwechseln.

Patent eingereicht

Laut der Webseite patentlyapple.com hat Apple mittlerweile ein Patent eingereicht, das an Google Latitude erinnert, denn dem Konzept zufolge können Nutzer auch mit diesem Tool anderen Usern mitteilen, wo sie sich gerade befinden. Passenderweise war im Oktober bekannt geworden, dass Apple bereits im Juli den Kartenanbieter PlaceBase übernommen hatte. Firmengründer Jaron Waldman wurde Chef eines Geo-Teams bei Apple. Computerworld-Blogger Seth Weintraub vermutete schon damals, dass Apple sich dank des Kartenmaterials von PlaceBase von Google Maps befreien will, welches das Unternehmen auf iPhone und iPod touch nutzt. Apple hat sich bislang nicht öffentlich zum Thema geäussert.

Wie 20 Minuten Ende Juli berichtete, hatte Apple überdies die Applikation für Google Voice aus dem App Store entfernt. Das Angebot ist in der Schweiz noch nicht verfügbar. US-Nutzer können dank dem webbasierten Dienst bereits unter anderem Gratis-SMS versenden und günstigere Gespräche führen als über etablierte Mobilfunkprovider. Ausserdem ist man über eine Nummer auf mehreren Geräten erreichbar. Apple begründete den Rauswurf damit, dass die Anwendung nur Funktionen biete, welche das iPhone längst habe. Daraufhin hatte Google-Chef Eric Schmidt Anfang August nach knapp drei Jahren Apples Aufsichtsrat verlassen. Schmidt würde sich aus vielen Teilen von Aufsichtsratssitzungen heraushalten müssen, um mögliche Interessenskonflikte zu vermeiden. «Darum haben wir gemeinsam entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Eric ist, sein Amt im Apple-Verwaltungsrat niederzulegen», erklärte Apple-Chef Steve Jobs in einer Pressemitteilung.

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