Abschieds-Vorstellung: Fliessen bei Farah heute in Zürich die Tränen?

Aktualisiert

Abschieds-VorstellungFliessen bei Farah heute in Zürich die Tränen?

Ehre, wem Ehre gebührt. Bei Weltklasse Zürich beendet Mo Farah heute seine einzigartige Karriere auf der Bahn.

von
Marcel Allemann
1 / 5
Mit seinem Doppel-Gold an den Olympischen Spielen 2012 in London wurde Mo Farah in Grossbritannien zum Volkshelden.

Mit seinem Doppel-Gold an den Olympischen Spielen 2012 in London wurde Mo Farah in Grossbritannien zum Volkshelden.

AP/Martin Meissner
Zuletzt an der WM in London erlitt der gebürtige Somalier jedoch eine Niederlage. Über 5000 m unterlag er Muktar Edris (l.).

Zuletzt an der WM in London erlitt der gebürtige Somalier jedoch eine Niederlage. Über 5000 m unterlag er Muktar Edris (l.).

Keystone/Jean-christophe Bott
So kennt man Mo Farah: Weit aufgerissene Augen und Jubelpose.

So kennt man Mo Farah: Weit aufgerissene Augen und Jubelpose.

AP/Matt Dunham

Geboren ist er in Somalia. Doch als achtjähriger Junge flüchtete er nach England und 2012 wurde Mo Farah dann zum britischen Volkshelden, als er bei den Olympischen Spielen in London Gold über 5000 m und 10'000 m holte. Das perfekte Beispiel einer geglückten Integration – eine märchenhafte Geschichte.

Viermal Doppelgold und die Niederlage zum Abschluss

Seinen Status als Superstar baute der heute 34-Jährige weiter aus, als er seinen Langstrecken-Doppelgold-Coup an der WM 2013 in Moskau, der WM 2015 in Peking und den Olympischen Spielen 2016 in Rio wiederholte. Seine Jubelposen und wie er mit weit aufgerissen Augen über die Ziellinie stürmt, sind zum unvergesslichen Teil der Sportgeschichte geworden.

Nur der perfekte WM-Abschied seiner Bahnkarriere zu Hause in London blieb ihm verwehrt. Über 10'000 m holte Mo Farah zwar standesgemäss Gold, über 5000 m wurde er vorletzte Woche jedoch vom Äthiopier Muktar Edris geschlagen und musste sich mit Silber begnügen.

«Ich bin etwas weniger der Favorit»

Sein letztes Bahnrennen heute, bevor er auf die Marathon-Strecke wechselt, wird daher gleichzeitig auch zur WM-Revanche und Mo Farah findet durchaus Gefallen an dieser Rolle: «Ich bin etwas weniger der Favorit als zuvor und das kann durchaus eine gute Sache für mich sein.»

Sein allerletzter Auftritt auf der Tartanbahn wird für den Briten zweifellos eine emotionale Angelegenheit. «Ich versuche, nicht zu viel daran zu denken», sagt er dazu, «ich freue mich einfach auf die phantastische Atmosphäre, die in Zürich jeweils herrscht, weil das Publikum hier so nah bei uns Läufern ist.»

Die Herausforderung mit dem Marathon

Ob am Ende auch Tränen fliessen werden? «Ich weiss es nicht, wir werden sehen», so Mo Farah, der wohl selber gespannt ist, wie ihm die spezielle Situation heute Abend im Letzigrund einfahren wird.

Es ist ja aber auch nicht so, dass er seine Karriere beendet, er wechselt lediglich die Disziplin, von der Bahn auf die Strasse. Das werde für ihn eine enorm spannende Herausforderung, betonte Mo Farah am Mittwoch, «und ein wenig wie am Anfang meiner Karriere. Ich muss wieder lernen – und je schneller ich das kann, desto schneller werde ich Fortschritte machen.»

Deine Meinung