Aktualisiert 21.12.2018 10:11

Eine Woche nach Unfall

Flixbus-Fahrer mit Handy am Steuer gefilmt

Eine Leserin erwischt einen Flixbusfahrer, wie er bei voller Fahrt ins Handy starrt und sogar noch die Beine hochlagert. Der Fahrer wurde suspendiert.

von
anp
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Der Reisecar war um 12 Uhr auf der A1 zwischen Winterthur und Zürich unterwegs.

Der Reisecar war um 12 Uhr auf der A1 zwischen Winterthur und Zürich unterwegs.

Leser-Reporter/Leser-Reporter
«Der Bus war voll mit Passagieren. So darf man ja wohl keine Gäste befördern.» Die Leser-Reporterin hat sofort die Autobahnpolizei kontaktiert.

«Der Bus war voll mit Passagieren. So darf man ja wohl keine Gäste befördern.» Die Leser-Reporterin hat sofort die Autobahnpolizei kontaktiert.

Leser-Reporter/Leser-Reporter
Die Autobahnpolizei bestätigt den Anruf der Leser-Reporterin. «Die Patrouille ist sofort ausgerückt und hat den Car angehalten», sagt Mediensprecher Marc Besson.

Die Autobahnpolizei bestätigt den Anruf der Leser-Reporterin. «Die Patrouille ist sofort ausgerückt und hat den Car angehalten», sagt Mediensprecher Marc Besson.

Leser-Reporter/Leser-Reporter

Keine Woche nach dem schweren Reisecarunfall in Zürich, der 47 Verletzte und ein Todesopfer forderte, beobachtete gestern Mittag eine Leser-Reporterin einen Flixbusfahrer ohne Hände am Steuer. Die 29-Jährige war zusammen mit einem Freund auf der Autobahn nach Wallisellen unterwegs. Dieser hat den Vorfall vom Beifahrersitz aus gefilmt (siehe Video unten). «Ich war schockiert, als er an mir vorbeifuhr. Er hatte nicht nur keine Hände am Steuer, sondern auch das Bein hochgelagert und das Handy in der Hand. Das ist so verantwortungslos!»

Der Reisecar war um 12 Uhr auf der A1 zwischen Winterthur und Zürich unterwegs. «Der Bus war voll mit Passagieren. So darf man ja wohl keine Gäste befördern. Und das nach den Unfällen letzte Woche.» Die Leser-Reporterin hat sofort die Autobahnpolizei kontaktiert. Innerhalb weniger Sekunden sei schon ein Streifenwagen vor Ort gewesen und habe den Bus angehalten. Diese hat den Chauffeur aber weiterfahren lassen. «Kurz vor Weihnachten muss man zwar niemanden mehr feuern, aber ich fordere von Flixbus, dass der Fahrer mindestens eine Abmahnung bekommt.»

Patrouille sofort ausgerückt

Die Autobahnpolizei bestätigt den Anruf der Leser-Reporterin. «Die Patrouille ist sofort ausgerückt und hat den Car angehalten. Wir haben anschliessend nach dem geltenden Recht gehandelt und den Car weiterfahren lassen», sagt Mediensprecher Marc Besson. Der Fahrer könne verzeigt werden.

«Der Fahrer ist mit sofortiger Wirkung vom Einsatz im Flixbus Dienst gesperrt», sagt der für die Schweiz zuständige Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia. Gespräche mit unserem Buspartner fänden gerade statt, der Fahrer müsse mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen.

«Verstösse gegen Sicherheitsbestimmungen wie im vorliegenden Fall werden von uns keinesfalls toleriert und wir gehen jedem Hinweis konsequent nach. Nach erfolgreicher Prüfung und Verifizierung des Hinweises wurden die Informationen umgehend an den entsprechenden Buspartner weitergeleitet.»

Sicherheit der Fahrgäste habe oberste Priorität

Flixbus wähle seine Partner genau und schule sie intensiv. Die Sicherheit der Fahrgäste habe oberste Priorität. «Unabhängige Institute führen regelmässig Kontrollen durch, die genauso wie unsere internen Kontrollen zeigen, dass es sich bei Verstössen wie diesen, um Einzelfälle handelt», sagt Mangiapia.

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