Neue Systeme: Flixbus geht mit Kameras gegen Drogendealer vor
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Neue SystemeFlixbus geht mit Kameras gegen Drogendealer vor

Der deutsche Fernbus-Riese hat ein Drogenproblem. Deshalb installiert er Kameras. Die Polizei nimmt immer wieder Dealer fest.

von
Stefan Ehrbar
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Der Fernbus-Anbieter Flixbus hat ein Drogenproblem. Deshalb lässt er nun Kameras in den Gepäckbereichen seiner Busse installieren. Zudem gibt es neue Warnhinweise.

Der Fernbus-Anbieter Flixbus hat ein Drogenproblem. Deshalb lässt er nun Kameras in den Gepäckbereichen seiner Busse installieren. Zudem gibt es neue Warnhinweise.

Keystone/Walter Bieri
Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia sagt, auch eine vermehrte Behördenpräsenz an den Haltestellen wäre wünschenswert. Die «allermeisten» Kontrollen in der Schweiz verliefen aber unauffällig.

Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia sagt, auch eine vermehrte Behördenpräsenz an den Haltestellen wäre wünschenswert. Die «allermeisten» Kontrollen in der Schweiz verliefen aber unauffällig.

Keystone
Bei der Kantonspolizei Zürich heisst es, Drogen kämen seit Jahren auch mit Fernbussen in die Schweiz. Deshalb würden die Busse immer wieder kontrolliert.

Bei der Kantonspolizei Zürich heisst es, Drogen kämen seit Jahren auch mit Fernbussen in die Schweiz. Deshalb würden die Busse immer wieder kontrolliert.

Flixbus

Der deutsche Fernbus-Anbieter Flixbus, der letztes Jahr 1,2 Millionen Menschen aus und in die Schweiz transportierte, wird zum Drogenschmuggel missbraucht. Weil Dealer immer wieder mit den Bussen reisten und Drogenfunde «längst zur Routine» gehörten, will Flixbus nun aufrüsten: Wie die «Wirtschaftswoche» berichtet, wolle das Unternehmen das Problem mit Kameras im Gepäckbereich und einem neuen System zum Einchecken des Gepäcks unter Kontrolle bekommen.

Das Problem ist den Schweizer Behörden bekannt. «Betäubungsmittel gelangen auf verschiedenen Wegen und Routen in die Schweiz», sagt Ralph Hirt, Sprecher der Kantonspolizei Zürich.« Seit Jahren spielen dabei auch Fernbusse eine Rolle. Deshalb werden Busse und ihre Passagiere immer wieder gezielt oder anlassunabhängig kontrolliert.»

Kameras sollen abschrecken

Bei der Stadtpolizei Zürich heisst es, der Carparkplatz sei zwar kein Hotspot. Es komme aber vor, dass im Rahmen der normalen Patrouillentätigkeit Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz registriert würden.

Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia sagt zu 20 Minuten, es seien zurzeit verschiedene Massnahmen im Gespräch, die intern diskutiert würden. Die Kameras sollen neben der abschreckenden Wirkung auch die Zuordnung von Gepäck erleichtern. Der Test laufe zurzeit auf einzelnen Verbindungen im deutschsprachigen Raum und ganz Europa.

«In den allermeisten Fällen unauffällig»

Flixbus würde es auch begrüssen, wenn die Polizei an den Haltestellen selbst präsenter wäre. Zudem stehe das Unternehmen in engem Kontakt mit den Polizei- und Sicherheitsbehörden, so Mangiapia. Insgesamt seien aber bei Kontrollen nur etwa 0,17 Prozent der Reisenden auffällig. Die Kontrollmechanismen seien grundsätzlich wirksam, und gerade in der Schweiz verliefen die Kontrollen «in den allermeisten Fällen unauffällig».

Die Offensive gegen Drogenschmuggler ist nicht die einzige Neuerung bei Flixbus. Um Gepäckverwechslungen zu verhindern, werden die Gepäckstücke in einem weiteren Test direkt vom Busfahrer ausgehändigt. Der klebt vor dem Einchecken einen Abriss auf das Ausweisdokument, damit die Gepäckstücke eindeutig zugeordnet werden können. Zudem sollen neu die beliebtesten Sitze kostenpflichtig reserviert werden können (siehe Box).

Beliebteste Sitze kosten

kostenpflichtige Sitzplatzreservation. Die Frontplätze im Doppelstock-Bus können neu für 6 Franken reserviert werden, ein Sitz an einem Tisch für 3 Franken und ein frei wählbarer Sitz für 2 Franken. Wie Flixbus-Sprecher Martin Mangiapia sagt, werde der Test im Frühling abgeschlossen und danach europaweit ausgerollt.

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