Zu wenig Kunden: Flixbus reduziert Fahrten von Zürich nach Basel
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Zu wenig KundenFlixbus reduziert Fahrten von Zürich nach Basel

Der bis jetzt schnell wachsende Busanbieter streicht seine täglichen Fahrten von Zürich nach Basel um die Hälfte zusammen. Statt bis zu elf sind es nur noch rund fünf.

von
sas

Flixbus-Chef André Schwämmlein äusserte sich Ende 2016 im Interview mit 20 Minuten über einen liberalisierten Schweizer Busmarkt.

Weil dem auf französischem Boden gelegenen Flughafen Basel-Mulhouse die Eisenbahnanbindung fehlt, hoffte der Busbetreiber Flixbus auf gut gefüllte Reisebusse zwischen Zürich und Basel. Daraus ist aber nichts geworden. Das Busunternehmen streicht seine täglichen Fahrten auf der erst vor rund einem Jahr ins Programm aufgenommenen Strecke zum Euro-Airport um rund die Hälfte, wie die «Handelszeitung» berichtet.

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Flixbus den Sachverhalt. «Für 2017 bedienen wir diese Verbindung mit vier bis fünf täglichen Fahrten, für 2018 ist wieder eine Angebotsaufstockung vorgesehen», so ein Sprecher. Man optimiere das gesamte Streckennetz ständig hinsichtlich des Bedarfs, was nicht nur aus ökonomischer, sondern auch aus ökologischer Sicht Sinn mache.

Notwendige Auslastung liegt bei 60 Prozent

Gemäss Flixbus hat man « weniger gut nachgefragte Fahrten» aus dem Programm genommen. Zur Auslastung auf der Verbindung zwischen Zürich und dem Flughafen Basel-Mulhouse will Flixbus keine Auskunft geben. Flixbus-Chef André Schwämmlein sagte aber kürzlich zu 20 Minuten: «Mit einer Auslastung von weniger als 60 Prozent wird es sehr schwierig, Geld zu verdienen.» Darüber beginne es für Flixbus und die Buspartner Spass zu machen. Flixbus operiert in ganz Europa mit rund 1000 Bussen und 5000 Fahrern, wobei Fahrzeuge und Personal lokalen Busbetreibern gehören. Flixbus sieht sich als Mobilitätsplattform.

Ein Problem auf der Strecke zwischen Zürich und dem auf französischem Boden gelegenen Euro-Airport ist, dass in Zürich zugestiegene Reisende wegen des Kabotageverbots eigentlich nicht am Basler Hauptbahnhof aussteigen dürfen. «Ganz allgemein können wir sagen, dass wir die Gesetzeslage in der Schweiz, die dem Schutz des öffentlichen Verkehrs dient, respektieren und wir uns selbstverständlich an diese halten», so ein Sprecher zu 20 Minuten. Flixbus transportierte 2016 in der Schweiz eine Million Passagiere und will ab Anfang April mit Strecken aus Deutschland und Italien auch Luzern anfahren.

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