Illegale Einreisen: Flixbus will mehr Polizei an Schweizer Haltestellen

Aktualisiert

Illegale EinreisenFlixbus will mehr Polizei an Schweizer Haltestellen

Weil seine Busse an der Grenze wegen illegaler Grenzübertritte kontrolliert werden, fordert der Fernbus-Betreiber mehr Polizisten an Haltestellen.

von
Stefan Ehrbar
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Der deutsche Fernbus-Riese Flixbus hat im letzten Jahr 1,2 Millionen Menschen aus und in die Schweiz transportiert. Doch an der Grenze werden die Busse wegen Kontrollen häufig angehalten.

Der deutsche Fernbus-Riese Flixbus hat im letzten Jahr 1,2 Millionen Menschen aus und in die Schweiz transportiert. Doch an der Grenze werden die Busse wegen Kontrollen häufig angehalten.

Keystone/Walter Bieri
Die Verspätungen durch Grenzkontrollen gehörten zu den grössten Herausforderungen, sagt Sprecher David Krebs. Deshalb sei mehr Behördenpräsenz - etwa in Zürich (Bild) - wünschenswert.

Die Verspätungen durch Grenzkontrollen gehörten zu den grössten Herausforderungen, sagt Sprecher David Krebs. Deshalb sei mehr Behördenpräsenz - etwa in Zürich (Bild) - wünschenswert.

Keystone/Walter Bieri
Damit könnten allfällige Mitreisende, die illegal die Grenzen überqueren, bereits früher erkannt werden.

Damit könnten allfällige Mitreisende, die illegal die Grenzen überqueren, bereits früher erkannt werden.

Flixbus

Der deutsche Fernbus-Betreiber Flixbus hat im vergangenen Jahr rund 1,2 Millionen Fahrgäste ab oder in die Schweiz transportiert – ein sattes Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Über eine andere Zunahme freut sich der Busbetreiber weniger. Immer häufiger verlieren die grünen Busse an den Landesgrenzen Zeit, weil die Reisenden kontrolliert werden.

Im Fokus der Grenzwächter stehen vor allem illegal Einreisende. «Durch Grenzkontrollen bedingte Verspätungen gehören zu unseren grössten Herausforderungen», sagt Flixbus-Sprecher David Krebs. Die Problematik betreffe alle grenzüberschreitenden Verkehrsmittel.

Mehr Polizisten, kürzere Kontrollen

Flixbus will deshalb mehr Polizisten schon an den Haltestellen – so wie es schon an Bahnhöfen und Flughäfen üblich sei. Würden die Polizisten schon dort ein Auge auf die Passagiere werfen, könnten die Kontrollen an der Grenze kürzer werden. Im Fokus von Flixbus steht auch der grösste Schweizer Halt, Zürich. Allein Zürich–München werde bis zu 12-mal täglich bedient, sagt Krebs. «Zürich ist ein Halt, an dem eine vermehrte Behördenpräsenz wünschenswert wäre.»

Die Stadtpolizei Zürich sieht keinen Handlungsbedarf. «Diese Forderung erstaunt uns und ist der Stadtpolizei Zürich nicht bekannt», sagt Sprecher Michael Walker. Im Rahmen der Patrouillentätigkeit würden beim Carparkplatz Sihlquai Personen- und Fahrzeugkontrollen durchgeführt. In diesem Zusammenhang würden immer wieder Personen wegen diverser Gesetzesverstösse angehalten und festgenommen. «Ein Hotspot ist der Parkplatz aber nicht», sagt Walker.

Nur 0,17 Prozent auffällig

Flixbus-Mitarbeiter kontrollieren bei internationalen Fahrten vor dem Einsteigen zwar die Ausweise der Reisenden. Dabei prüfen sie, ob es sich um ein gültiges Dokument handelt und ob der Name auf dem Ausweis zu jenem auf dem Ticket passt. Zugriff auf Polizei-Datenbanken oder den legalen Status der Reisenden haben die Flixbus-Mitarbeiter aber nicht, weshalb sie die Grenzkontrollen nicht ersetzen können.

Die Fahrer seien bei Kontrollen angehalten, sich kooperativ zu verhalten, sagt Flixbus-Sprecher David Krebs. Trotz der Zeiteinbussen hält Krebs die Kontrollmechanismen für grundsätzlich wirksam. Gemäss Zahlen des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer seien bei Kontrollen der deutschen Bundespolizei nur 0,17 Prozent der Reisenden auffällig.

Flixbus plant, im deutschsprachigen Raum dieses Jahr 140 neue Halte zu erschliessen. Auch in der Schweiz sollen zusätzliche Orte zum Flixbus-Netz stossen. Zur Diskussion stehe etwa ein Flixbus-Halt in der Stadt Zug, so Krebs.

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