Aktualisiert

KabotageverbotFlixbus wirbt mit Fahrten in der Schweiz – doch das ist illegal

Das Fernbusunternehmen hat auf seiner Website mit Fahrten innerhalb der Schweiz geworben. Dafür müsste Flixbus hierzulande aber eine Ländergesellschaft besitzen. Jetzt will das Bundesamt für Verkehr ermitteln.

von
Barbara Scherer
1 / 8
Vor der Corona-Krise waren die giftgrünen Cars von Flixbus überall zu sehen.

Vor der Corona-Krise waren die giftgrünen Cars von Flixbus überall zu sehen.

KEYSTONE
In der Krise mussten tausende der Busse in die Shutdown-Garage.

In der Krise mussten tausende der Busse in die Shutdown-Garage.

KEYSTONE
Jetzt fährt das Unternehmen seinen Betrieb langsam wieder hoch.

Jetzt fährt das Unternehmen seinen Betrieb langsam wieder hoch.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Flixbus hat auf seiner Homepage Fahrten innerhalb der Schweiz angeboten.
  • Das wäre illegal. Denn das Unternehmen besitzt keine Erlaubnis dafür.
  • Laut Flixbus handelte es sich bei der Werbung um einen Fehler.
  • Nun will das Bundesamt für Verkehr der Sache nachgehen.

Noch fährt keiner der giftgrünen Cars in der Schweiz. Doch im Ausland fährt das Fernbusunternehmen Flixbus sein Netz langsam wieder hoch. Trotzdem hat das Busunternehmen auf seiner Schweizer Homepage mit Fahrten innerhalb der Schweiz geworben, wie «Blick» berichtet.

Flixbus darf keine Reisen anbieten

Dafür müsste Flixbus aber während der Corona-Krise eine Ländergesellschaft in der Schweiz gegründet haben. Diese benötigt ein Unternehmen, um nicht gegen das sogenannte Kabotageverbot zu verstossen. Denn das Gesetz verbietet Menschen- und Warentransporte mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen innerhalb der Schweiz. Das Schweizer Transportgewerbe soll damit vor ausländischer Billig- und Tieflohnkonkurrenz geschützt werden.

Doch seit Herbst 2019 besitzt kein Transportunternehmen in der Schweiz mehr eine Konzession für den Betrieb von Fernbuslinien. Also darf Flixbus keine Reisen in der Schweiz anbieten.

Inzwischen wurde der Hinweis auf der Homepage wieder gelöscht. Es handelte sich um einen internen technischen Fehler, teilt das Fernbusunternehmen dem «Blick» mit. Trotzdem will das Bundesamt für Verkehr (BAV) der Sache nachgehen. Man suche das Gespräch mit Flixbus, um abzuklären, ob es sich wirklich nur um einen Fehler gehandelt habe.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
68 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Luzerner

05.06.2020, 11:58

@Material2. Damit Flixbus zugreifen kann braucht es eine Konzession, Flixbus ist schlau genug diese nicht zu beantragen weil sie wissen das man damit nur Geld verlieren kann.

Auswanderer

05.06.2020, 11:23

Dann sollen auch die Schweizer Arbeitnehmer vor nicht CH-Billigarbeitskräften geschützt werden. Das wäre ebenfalls zielführend. Ich kenne Länder welche das generell praktizieren!

Martial2

05.06.2020, 11:19

Die anderen Fernbusunternehmen haben aufgegeben: Eurobus, Dr. Richard etc. Jetzt kann Flixbus zugreifen, sehr gut so. Flixbus mit unschlagbaren Preise, Fahrten in allen Richtungen, war schon immer sehr empfehlenswert!