09.07.2020 07:30

Veröffentlichung der Transkripte

Floyd schrie 20-mal «Ich kann nicht atmen»

Am Mittwoch wurden von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota die Transkripte der Körperkameras der beteiligten Polizisten veröffentlicht.

Nach dem Tod von George Floyd kam es in den ganzen USA zu Protesten.

(Video: Tamedia)

Darum gehts

  • George Floyd starb im Mai bei einem Polizeieinsatz.
  • Sein Tod löste landesweite Proteste aus.
  • Ein Gericht veröffentlichte Transkripte der Körperkameras.
  • Gegen die beteiligten Polizisten wurde Anklage erhoben.

Nach neu veröffentlichten Abschriften sagte der Afroamerikaner George Floyd vor seinem Tod bei einem Polizeieinsatz Ende Mai mehr als 20-mal «I can't breathe» – ich kann nicht atmen.

Die Transkripte stammen von den Körperkameras der nun angeklagten Polizisten und wurden am Mittwoch von einem Gericht im US-Bundesstaat Minnesota veröffentlicht.

In ihnen zeigt sich unter anderem, wie Floyd die Beamten immer wieder anbettelte, von ihm abzulassen. «Ich kann nicht atmen, ich kann nicht atmen. Ah! Ihr werdet mich töten», heisst es in den Gerichtsunterlagen unter anderem. Darauf soll der Polizist Derek Chauvin, der auf seinem Nacken kniete, erwidert haben: «Dann hör auf zu sprechen und zu schreien», wie bbc.com berichtet.

Der unbewaffnete Floyd war am 25. Mai in der Stadt Minneapolis im Bundesstaat Minnesota bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Sein Tod führte im ganzen Land zu Massenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassismus.

Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen. Sie drückten ihn auf der Strasse zu Boden. Der weisse Beamte Chauvin drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals. Floyd verlor das Bewusstsein und starb noch vor Ort, wie die Autopsie ergab.

Von Anfang an verängstigt

Die Mitschriften zeigen weiter, dass Floyd offenbar von Anfang an verängstigt war, er flehte einen der Polizisten offenbar schon vor der körperlichen Auseinandersetzung an, ihn bitte nicht zu erschiessen.

«Sie handeln etwas unberechnbar», sagt ein Beamter zu ihm an einem Punkt. Floyd entgegnete: «Ich habe Angst, Mann». Im weiteren Verlauf wird immer wieder deutlich, dass Floyd und die Polizisten Probleme haben, miteinander zu kommunizieren.

Immer wieder sagt der Festgenommene auch, dass er unter Platzangst leide und deshalb Schwierigkeiten habe, in das Polizeiauto einzusteigen. Anschliessend kam es zu der Auseinandersetzung, in deren Folge Floyd starb.

Das Hauptverfahren gegen vier Polizisten, denen die Tötung Floyds zur Last gelegt wird, soll nach US-Medienberichten am 8. März nächsten Jahres beginnen.

(sda/dmo)

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