Lightning und EarPods: Fluch und Segen beim iPhone-Zubehör
Aktualisiert

Lightning und EarPodsFluch und Segen beim iPhone-Zubehör

Mit dem iPhone 5 kommen neue Kopfhörer und ein verkleinerter Connector namens Lightning. Das von Apple entwickelte Zubehör hat einiges zu bieten, sorgt aber auch für Misstöne.

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dsc

Mit dem neuen iPhone 5 hat Apple auch Änderungen beim Zubehör bekannt gegeben, die zum Teil weitreichende Folgen für die Kunden haben werden. Positiv fallen die neuen Kopfhörer auf, die einen deutlich besseren Klang liefern. Die neuen Stöpsel, EarPods genannt, sind bei jedem neuen iPhone, aber auch den neuen MP3-Playern iPod Touch und iPod Nano mit dabei. Als Extra-Zubehör kosten sie im Online-Store von Apple 35 Franken.

Die Entwicklung der Kopfhörer, die etwas kleiner als die alten sind, soll drei Jahre gedauert haben, Hunderte Ohren seien untersucht worden, um einen optimalen Klang zu erzielen, erklärte Apple. Anders als bei herkömmlichen runden Kopfhörern, basiere das Design auf der Geometrie des menschlichen Ohres, darum passten die EarPods mehr Menschen als jedes andere Produkt.

EarPods im Test

Im Praxistest von 20 Minuten Online vermögen die EarPods mit kristallklarem Sound und satten Bässen zu überzeugen. Durch ihre spezielle Form passen die Stöpsel gut in die Ohrmuschel beziehungsweise den Gehörgang und sind bequem zu tragen. Sie fühlen sich nicht als Fremdkörper an. Doch gewöhnungsbedürftig sind sie schon, die neuen EarPods. Wenn man mit ihnen unterwegs ist, ist immer mal wieder ein kurzer Kontrollgriff erforderlich, um sich zu vergewissern, dass sie nicht plötzlich aus dem Ohr rutschen.

Integriert in die Kopfhörer beziehungsweise das Kabel sind wieder ein Mikrophon und eine Fernsteuerung, um die Lautstärke regulieren und die Musik- oder Filmwiedergabe zu steuern. Weder Regen noch Schweiss sollen ihnen etwas anhaben können, sagt Apple.

Das Adapter-Schlamassel

Auf weniger Begeisterung stösst der neue «Lightning Connector» für das iPhone 5, über den das Gerät aufgeladen werden kann. Er ist deutlich kleiner als der bisherige Anschluss, der seit 2003 in den iPods, iPhones und iPads verwendet wird. Positiv am neuen Anschluss: Man kann das Kabel einstecken wie man will, es gibt kein Oben oder Unten.

Apple begründet die Änderung damit, dass das neue iPhone auch viel dünner geworden sei. Auch die iPod Touch und iPod Nano haben den Lightning Connector. Das Problem ist nur, dass der neue Anschluss nicht zum alten Zubehör passt, das sich die Nutzer zum Teil über die Jahre zugelegt haben, ob es Lautsprecher sind oder der Anschluss fürs Auto.

Hersteller wie Bose oder JBL arbeiteten schon an neuen Systemen, verspricht Apple. In der Zwischenzeit braucht man einen 35 Franken teuren Adapter oder ein 45 Franken teures Kabel (0,2 Meter) oder einen 21 Franken teuren USB-Adapter, die es alle im Online-Store von Apple gibt.

Mittlerweile hat sich auch die Hoffnung zerschlagen, dass bei jedem gekauften iDevice ein Adapter dabei ist. Apple gibt lediglich das «Lightning auf USB»-Kabel ohne Zusatzkosten ab.

(dsc/dapd)

Smartphone-Akku: Nokia und Apple top

Ein Studie hat jetzt bestätigt, was wohl fast jeder Besitzer eines Smartphones ohnehin schon wusste: Die Angaben der Hersteller zur Leistung der Akkus haben selten etwas mit der alltäglichen Praxis zu tun. Die Hersteller riskierten mit ihren Angaben, dass ihre Kunden dauerhaft unzufrieden seien, erklärte die als Dienstleister für Mobilfununternehmen tätige Firma WDS. Sie untersuchte im vergangenen Jahr die Akkuleistung der 50 beliebtesten Smartphones.

Ein Grund für die Abweichung zwischen Angaben der Hersteller und der eigenen Erfahrung ist, dass Tätigkeiten wie das Surfen im Internet, App-Nutzung, das Hören von Musik oder das Ansehen von Videos nur selten in Bezug zur Akkuleistung gesetzt werden. Nur bei 28 Prozent der Geräte gab es Angaben zur Audiowiedergabe, bei 26 Prozent zur Videowiedergabe. Nur bei zwei der 50 überprüften Geräte gab es Informationen zur Akkuleistung beim Surfen (Apple iPhone 4S und Nokia N9). Üblich waren sonst nur Angaben zu Stand-by-Zeiten und möglicher Gesprächsdauer.

«Zu schwache Lebensdauer von Batterien ist eine der häufigsten Beschwerden von Smartphone-Nutzern geworden», erklärte Tim Deluca-Smith von WDS. Zehn Prozent aller Hardware-Anfragen bei Mobilfunkanbietern bezögen sich inzwischen auf die Akkuleistung.

(ap)

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