Bahnhof Oerlikon: Fluchende Pendler wegen Umbauarbeiten

Aktualisiert

Bahnhof OerlikonFluchende Pendler wegen Umbauarbeiten

Das Grossbauprojekt beim Bahnhof Oerlikon verärgert Pendler und verwirrt Touristen. Bei der SBB entschuldigt man sich - die Verhältnisse bleiben aber bis 2016 bestehen.

von
wed
Der siebtgrösste Bahnhof der Schweiz erhält zwei zusätzliche Gleise, breitere Perrons, eine Einkaufspassage und bessere Verbindungsräume in die angrenzenden Quartiere. Momentan sorgt die Baustelle aber hauptsächlich für schlechte Laune. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Der siebtgrösste Bahnhof der Schweiz erhält zwei zusätzliche Gleise, breitere Perrons, eine Einkaufspassage und bessere Verbindungsräume in die angrenzenden Quartiere. Momentan sorgt die Baustelle aber hauptsächlich für schlechte Laune. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Grimmige Gesichter und fluchende Pendler - die derzeitigen Umbauarbeiten am Bahnhof Oerlikon sorgen für rote Köpfe bei den Fahrgästen. Seit Montag hat die SBB mit der Erneuerung der Personenunterführung begonnen. Das Perron 1 ist nun eine Einbahnstrasse, und der Ab- und Aufgang in die Unterführung auf der Seite Wipkingen ist abgesperrt. Laut dem «Tages-Anzeiger» findet man daher regelmässig wütende Bahnreisende vor einem Holzverschlag.

Eine Angestellte der ABB macht ihrem Ärger Luft: Seit zwei Jahren müsse sie sich über behelfsmässige Holztreppen und ewig lange Umwege auf die andere Seite des Bahnhofs durchschlagen. Dabei sei sie auch schon schwer gestürzt. Zudem sehe sie immer wieder ältere Menschen und Mütter mit Kinderwagen, für die es kein Weiterkommen mehr gebe. Auch verzweifelte Touristen sind keine Seltenheit: «Nie hätten sie so etwas in der Schweiz erwartet», schimpfen diese. Ausserdem seien nirgends Infotafeln zu sehen gewesen.

«Leider nicht alle Tafeln aufgestellt»

Laut SBB-Mediensprecher Reto Schärli hat man dies nun verbessert: «Am Montag waren leider noch nicht alle Tafeln aufgestellt - mittlerweile hat sich dies verbessert.» Er kenne das Problem als Quartierbewohner aus eigener Erfahrung. «Die Bahnkunden müssen am Bahnhof Oerlikon tatsächlich längere Wege und andere Einschränkungen und Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen - wir entschuldigen uns dafür», so Schärli. Es sei einfach ein äusserst komplexes Bauprojekt. Die momentanen Verhältnissen werden voraussichtlich bis Mitte 2016 so bleiben, wie sie jetzt sind: «Danach ist der Bahnhof aber sehr viel komfortabler», verspricht Schärli.

Deine Meinung