Winterthur: Mann flüchtet vor Kontrolle und zündet sich an – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

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WinterthurMann flüchtet vor Kontrolle und zündet sich an – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Ein Mann ist im Juni 2020 mit einem gestohlenen Auto vor der Polizei geflüchtet. Bei den Ermittlungen kam eine Vielzahl weiterer Delikte ans Licht.

von
Lynn Sachs
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Ein Mann flüchtete im Juni 2020 mit einem gestohlenen Auto vor einer Polizeikontrolle.

Ein Mann flüchtete im Juni 2020 mit einem gestohlenen Auto vor einer Polizeikontrolle.

BRK News
Die Verfolgungsjagd endete an der Weststrasse.

Die Verfolgungsjagd endete an der Weststrasse.

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Der damals 25-Jährige hat sich anschliessend mit Benzin übergossen und angezündet.

Der damals 25-Jährige hat sich anschliessend mit Benzin übergossen und angezündet.

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Im Juni 2020  flüchtete ein damals 25-jähriger Schweizer in Winterthur vor einer Polizeikontrolle und setzte sich später selber in Brand. Das Fluchtfahrzeug war gestohlen. Wie die Zürcher Oberstaatsanwaltschaft am Montag mitteilte, hat die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland am 13. September 2022 beim Bezirksgericht Winterthur Anklage im abgekürzten Verfahren gegen den Mann erhoben.

Neben mehrfacher versuchter Brandstiftung, versuchter schwerer Körperverletzung, gewerbsmässigem Diebstahl, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachem Hausfriedensbruch werden dem Mann eine Vielzahl von teils qualifizierten Strassenverkehrsdelikten, Betäubungsmitteldelikten sowie diverse weitere Delikte vorgeworfen. Der Mann ist vollumfänglich geständig. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil durch ein Gericht gilt wie immer die Unschuldsvermutung.

Versuchte, anwesende Polizisten in Brand zu setzen

Der Beschuldigte durchbrach am 24. Juni 2020 spätnachmittags im Winterthurer Gutschick-Quartier, mit einem zuvor in der Stadt Zürich entwendeten Auto, eine Polizeikontrolle. Mit dem beschädigten Fahrzeug flüchtete er anschliessend durch mehrere Quartiere, wobei er massive Verkehrsregelverletzungen beging und grossen Sachschaden verursachte. Die Flucht mit dem Personenwagen endete im Blumenauquartier, wo der Beschuldigte einen Unfall verursachte und erfolglos versuchte, das Fahrzeug in Brand zu setzen.

In der Folge flüchtete er zu Fuss einige Strassen weiter, wo er sich Funktionären der Stadtpolizei Winterthur entgegenstellte, sich selbst anzündete und gleichzeitig den Versuch unternahm, die anwesenden Polizisten mit einer brennbaren Flüssigkeit ebenfalls in Brand zu setzen. Der Beschuldigte musste mit lebensbedrohlichen Brandverletzungen ins Spital gebracht werden. Zwei Polizisten war es zuvor gelungen, den brennenden Beschuldigten zu löschen, sie zogen sich dabei ebenfalls Brandverletzungen zu.

20 vollendete oder versuchte Diebstähle

Die umfangreichen Ermittlungen von Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft förderten eine Vielzahl weiterer Delikte zutage. Zwischen Februar 2020 und dem genannten Vorfall Ende Juni 2020 konnten dem Beschuldigten rund 20 vollendete oder versuchte Diebstähle grossmehrheitlich in den Städten Zürich und Winterthur nachgewiesen werden. Dabei verschaffte sich der Mann teilweise unrechtmässig Zugang zu Liegenschaften. Bei den vollendeten Tatausführungen entwendete der Mann insbesondere Sachwerte, Zahlungsmittel sowie mehrere Autos, Motorräder und Fahrräder. Mit den entwendeten Motorfahrzeugen beging der Mann eine Vielzahl von Strassenverkehrsdelikten.

Unter anderem dank eines DNA-Treffers konnte dem Beschuldigten auch eine Irrfahrt vom Juni 2020 in der Stadt Zürich nachgewiesen werden. Mit einem Anfang Juni 2020 in Winterthur entwendeten Auto beschädigte er mehrere parkierte Autos, durchbrach ein Garagen- und ein Friedhofstor und demolierte Abschrankungen im Bereich des Friedhofs Sihlfeld. Bei seiner waghalsigen Fahrt hinterliess der Beschuldigte einen grossen Sachschaden, beging diverse Verkehrsregelverletzungen und nahm mit seiner Fahrweise die Verletzung von Unbeteiligten in Kauf. Nach dem Ende der Irrfahrt versuchte er mithilfe einer brennbaren Flüssigkeit, den von ihm gelenkten Personenwagen anzuzünden. Er wurde dabei allerdings von Drittpersonen gestört und ergriff darauf zu Fuss die Flucht, ohne sein Vorhaben umsetzen zu können.

Bei verschiedenen Taten konnten dem Mann der Besitz und/oder der vorgängige Konsum von Betäubungsmitteln (u. a. Crystal Meth, Kokain) nachgewiesen werden. Ein von Sachverständigen im Auftrag der Staatsanwaltschaft erstelltes forensisch-psychologisches Gutachten diagnostiziert dem Mann bei einem Grossteil der vorgeworfenen Taten eine verminderte, teils sogar eine aufgehobene Schuldfähigkeit. 

Hast du oder hat jemand, den du kennst, ein Problem mit illegalen Drogen?

Hier findest du Hilfe:

Sucht Schweiz, Tel. 0800 104 104

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Feel-ok, Informationen für Jugendliche

Infodrog, Information und Substanzwarnungen

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