26.06.2020 19:20

25-Jähriger zündet sich in Winterthur an

Fluchtauto war als gestohlen gemeldet

Am Dienstag flüchtete ein 25-jähriger Schweizer vor der Polizei und setzte sich selber in Brand. Das Fluchtfahrzeug war gestohlen. 20 Minuten konnte mit dem Besitzer sprechen.

von
Silvana Guanziroli, Till Burgherr

Darum gehts

  • 25-jähriger Schweizer flüchtet am Dienstag vor der Polizei und zündet sich an.
  • Polizei gibt am Fluchtort einen Schuss ab
  • Dunkler Kastenwagen war als gestohlen gemeldet

Der Fahrzeugbesitzer, ein 49-jähriger Mann aus der Stadt Zürich, fiel am Donnerstagabend aus allen Wolken. Durch 20 Minuten erfuhr er, dass es sein Wagen ist, der in die spektakuläre Flucht zwei Tage zuvor in Winterthur involviert war. «Tatsächlich. Mein Wagen wurde mir gestohlen», bestätigte er. Das sei aber schon vor längerer Zeit passiert. «Ich hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, dass der wieder auftaucht.»

Erstaunlich: Die Polizei hatte bis Donnerstagabend mit dem Fahrzeugbesitzer noch keinen Kontakt aufgenommen. Erstaunlich auch deshalb, weil der Mann in seinem Fall davon ausgeht, dass eine kriminelle Bande am Werk war. «Das Auto wurde im Rahmen eines Einbruches in unsere Tiefgarage geklaut. Es wurden an mehreren Stellen Spuren entdeckt, deshalb geht man davon aus, dass mehrere Täter involviert waren», erzählt er.

Ist der 25-Jährige Teil der Bande?

Wie aber gelangte der dunkle Kastenwagen in die Hände des 25-jährigen Schweizers in Winterthur? Beim Täter, der mit schweren Verbrennungen im Spital liegt, soll es sich um einen notorischen Kleinkriminellen handeln, der bereits vor zehn Tagen mit einem gestohlenen Motorrad einen Unfall verursacht hatte, wie der «Landbote» schreibt. Ist er ein Teil der Bande, die in das Mehrfamilienhaus in Zürich eingestiegen ist?

Die untersuchende Staatsanwaltschaft wollte sich am Freitag nicht äussern. «Die Ermittlungen laufen noch immer auf Hochtouren, derzeit gibt es keine Neuigkeiten», heisst es dort auf Anfrage. In Bezug auf das Fahrzeug und den Besitzer führt sie aus: «Welche individuellen Meinungen Personen gegenüber den Medien in diesem Kontext kundtun, liegt selbstredend ausserhalb unseres Einflussbereichs.»

Intensive Spurensicherung

Der Fall fordert die beteiligten Untersuchungsbehörden enorm. Quer über eine Strecke von sechs Kilometern quer durch Winterthur verteilt, liegen mehrere Tatorte. Ausgelöst hatte die Flucht eine Polizeikontrolle am Dienstag gegen 17 Uhr im Gutschick-Quartiert. Der 25-Jährige parkierte den Kastenwagen auf einem Parkfeld und kaufte sich ein Fanta in einem Kiosk gleich nebenan. Als er zurückkam, kam es zu einem gezielten Polizeizugriff, wie es später heisst.

Dem Mann gelingt es aber, die Polizeikontrolle zu durchbrechen, worauf einer der Polizisten einen Schuss abgibt. In Winterthur-Veltheim verursacht der Flüchtende schliesslich einen Unfall, er verlässt das Fahrzeug und rennt zu Fuss weiter. Kurz darauf übergiesst er sich mit einer Flüssigkeit und setzt sich in Brand. Wie es dem Mann heute geht, ist unklar. Die zwei Polizisten, die sich beim Versuch, das Feuer zu löschen, ebenfalls Verbrennungen zuzogen, konnten das Spital mittlerweile wieder verlassen.

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Die Flucht führte bis an die Weststrasse, wo der Mann schliesslich einen Unfall verursachte und die Flucht zu Fuss fortsetzte.

Die Flucht führte bis an die Weststrasse, wo der Mann schliesslich einen Unfall verursachte und die Flucht zu Fuss fortsetzte.

(Video: 20 Minuten)
Mehrere Personen wurden verletzt.

Mehrere Personen wurden verletzt.

Es ist zu einer Verfolgungsjagd gekommen.

Es ist zu einer Verfolgungsjagd gekommen.

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17 Kommentare
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Eri

27.06.2020, 12:34

Für Eltern sicher sehr traurig, ein solches Bürschchen ihren Sohn zu nennen. Keine Mutter bringt einen Kriminellen zur Welt. Die schlechte Gesellschaft in die so manche Söhne und Töchter geraten, dieser hat man das zu verdanken.

el perro

27.06.2020, 10:17

Immer wieder heisst es, man solle sich beim Helfen nicht selber in Gefahr bringen. Also, hätten die Polizisten auf die Feuerwehr warten sollen 😉

Sam

27.06.2020, 07:48

Gute Besserung den Polizisten. Und vielen Dank für euren Einsatz.