Flüchtige ETA-Mitglieder erschiessen Polizisten
Aktualisiert

Flüchtige ETA-Mitglieder erschiessen Polizisten

Bei einem E insatz gegen mutmassliche ETA-Mitglieder in Südwestfrankreich sind ein spanischer Polizist getötet und ein weiterer schwer verletzt worden. Vorübergehend wurde eine Frau als Geisel genommen.

Wie die französische Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall in Capbreton an der Atlantikküste. Es war der erste Todesfall seit dem von der ETA erklärten Ende des Waffenstillstands im Juni.

Die Polizisten hätten an einem routinemässigen gemeinsamen Anti-Terror-Einsatz teilgenommen, als auf sie geschossen wurde, erklärten die Innenministerien Spaniens und Frankreichs. Die beiden Polizisten hätten mutmassliche ETA-Mitglieder beobachtet und seien zum Zeitpunkt der Schüsse unbewaffnet gewesen, berichtete die spanische Zeitung «El País» auf ihrer Website. Aus Polizeikreisen verlautete, die Verdächtigen, zwei Männer und eine Frau, hätten nach den Schüssen eine Frau vorübergehend in ihre Gewalt gebracht und seien mit deren Auto auf der Flucht. Die Geisel wurde nach 90 Minuten freigelassen.

«Heute hat die ETA einen kriminellen Akt verübt», sagte der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero. Die Organisation habe noch nicht gelernt, die Stärke der spanischen Gesellschaft richtig einzuschätzen. Durch Terrorismus sei nichts zu gewinnen. Die beiden Polizisten beschrieb der Regierungschef als «sehr jung».

Die französische Innenministerin Michele Alliot-Marie sagte, die Polizisten hätten ETA-Mitglieder verfolgt, die auf französischem Boden Zuflucht suchten oder weitere Operationen planen wollten. Alliot-Marie und der spanische Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba, die an einer Konferenz in Deutschland teilgenommen hatten, waren auf dem Weg in die Region.

Die ETA hatte im März 2006 eine Waffenruhe ausgerufen, diese aber im Juni 2007 wieder für beendet erklärt, nachdem es in den Gesprächen mit der spanischen Regierung offenbar keine Fortschritte gab. Seitdem gab es verschiedene Anschläge, bei denen aber bislang niemand zu Schaden kam. Seit Beginn des Kampfes der ETA für die Unabhängigkeit des Baskenlandes Ende der 60er Jahre wurden rund 800 Menschen getötet. (dapd)

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