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Flüchtige Natter endlich erwischt

Die in einem Neuenburger Regionalzug entwischte Natter ist wieder aufgetaucht. Die Schlange hatte sich in einem Elektronikkasten des Führerstands versteckt. Damit kann die Zugkomposition nach zehn Tagen Stillstand wieder in Betrieb gehen.

Eine Mitarbeiterin des Neuenburger Regionalverkehrs (TRN) bestätigte am Dienstag entsprechende Berichte in Westschweizer Medien. Nach der Entdeckung durch eine Reinigungsequipe wurde die Natter in das Vivarium von La Chaux-de-Fonds gebracht.

Dort muss sie vielleicht auch bleiben. Der Kantonstierarzt muss nämlich entscheiden, ob die etwa ein Meter lange Schlange der Eigentümerin, einer Frau aus Môtiers NE, zurückgegeben wird. Dabei muss der Kantonstierarzt beurteilen, ob die Frau fähig ist, eine Schlange zu halten.

Die Frau hatte die Natter einem Freund anvertraut, der sie am 18. August im Regionalzug mitführte. Als er kurz vor dem Aussteigen die Schlange aus dem sicheren Behälter nahm, um sie um seine Schultern zu legen, büchste die Natter aus.

Die TRN-Verantwortlichen zogen die Zugskomposition noch am selben Tag aus dem Verkehr. Das könnte die Eigentümerin der Schlange nun teuer zu stehen kommen.

Die TRN überlegt sich, Strafanzeige einzureichen, um die entstandenen Kosten von 10 000 Franken für die zehntägige Stilllegung des Zuges einzutreiben. Zuerst wolle man aber mit der Betroffenen und deren Versicherung reden.

Nattern lieben Ruhe

Dass sich die Natter in den Elektronikkasten zurückgezogen hat, ist für den Exotentierarzt Paul Schneller nicht erstaunlich. «Schlangen sind Fluchttiere. Sie lieben die Ruhe», sagte er auf Anfrage.

Dass sie in ihrem Versteck während mehr als zehn Tagen keine Nahrung und kein Wasser zur Verfügung hatte, sei kein Problem. «Nattern stammen aus dem Wüstengebiet. Sie können einige Wochen ohne Nahrung und Flüssigkeit auskommen.» Zudem können sie als wechselwarme Tiere ihren Organismus «herunter fahren».

Um das Ausbüchsen von Schlangen während eines Transportes zu verhindern, rät Schneller:» Schlangen transportiert man am besten in einem zugeschnürten Kissenanzug. Den steckt man dann in einen Behälter mit einem Deckel.» (sda)

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