Flüchtling in Melilla erschossen
Aktualisiert

Flüchtling in Melilla erschossen

Bei einem Flüchtlingsansturm auf die schwer bewachte Grenze von Marokko zur spanische Exklave Melilla sind am Montag zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Schwarzafrikaner wurde wahrscheinlich erschossen, ein anderer blieb am Zaun hängen und verstarb.

Derzeit sei unklar, ob spanische oder marokkanische Grenzschützer den tödlichen Schuss abgefeuert hätten. Ein weiterer Mann erlitt laut den marokkanischen Behörden bei dem Fluchtversuch am Stacheldraht des sechs Meter hohen Grenzzauns tödliche Verletzungen. Er sei auf dem Weg in ein marokkanisches Spital gestorben. Mindestens acht weitere Menschen erlitten schwere Verletzungen beim Versuch, den rasiermesserscharfen Draht zu überwinden.

Warnschüsse

Insgesamt seien bis zu 70 Flüchtlinge mit behelfsmässigen Leitern auf die Sperranlage von Melilla zugestürmt. Die Grenztruppen hätten Warnschüsse in die Luft abgegeben, um die Flüchtlinge vom Überwinden des Zauns abzuhalten. Fünf Personen seien dennoch auf die spanische Seite gelangt.

Zur Nationalität des Toten und der anderen Flüchtlinge machten die Behörden keine Angaben. Der spanische Regierungsvertreter wies darauf hin, dass spanische Grenzschützer ihren Dienst nicht mit scharfen Waffen versähen.

Im vergangenen Spätsommer hatten afrikanische Flüchtlinge mehrfach versucht, durch Massenanstürme nach Melilla oder in die nahe gelegene spanische Exklave Ceuta zu gelangen. Dabei starben 14 von ihnen.

Die Exklaven, die auf nordafrikanischem Boden liegen, gehören zum Schengen-Raum der EU. Nach dem Überqueren der Grenze können die Einwanderungswilligen einen Asylantrag bei den spanischen Behörden stellen. (sda)

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