Worb BE: Flüchtlinge als «Nomaden»
Aktualisiert

Worb BEFlüchtlinge als «Nomaden»

Rund hundert Asylbewerber brauchen ein Dach über dem Kopf: Ein Hin und Her bei der Platzierung und ein Brand sorgten für Aufregung.

von
Patrick Marbach
Asylbewerber Husman weiss nicht, wo er die nächsten Nächte verbringen wird. (mar)

Asylbewerber Husman weiss nicht, wo er die nächsten Nächte verbringen wird. (mar)

«Hier herrscht ein ziemliches Durcheinander», so Husman. Der Asylbewerber aus Gambia und seine rund hundert Mitbewohner mussten das Durchgangszentrum Enggi­stein am Samstag Knall auf Fall verlassen – wegen Sicherheitsmängeln und Brandgefahr. «Die plötzliche Evakuierungsanordnung hat uns überrascht», so Paul Mori von der Flüchtlingshilfe der Heilsarmee. Als Notlösung wurden die Asylbewerber in der Worber Zivilschutzanlage untergebracht.

Doch kaum hatten sie sich dort eingerichtet, schrillte am Sonntag der Feueralarm. «Es war beängstigend, Rauch und Gestank breiteten sich im Bunker aus», sagt Husman. Das Feuer war im Elektroraum der Zivilschutzanlage ausgebrochen und hatte die Lüftung lahmgelegt. Dass die Flüchtlinge den Brand selber verursachten, ist weitgehend ausgeschlossen. Husman und die anderen Asylbewerber mussten zurück ins Durchgangszentrum Enggistein.

Die Asylbewerber hätten mindestens für die nächsten sieben Wochen in die Zivilschutzanlage unweit des Worber Dorfzentrums umplatziert werden sollen. Die Bevölkerung wusste allerdings nichts davon. Auf der Internetplattform Bern-Ost, die diese «Nacht-und-Nebel-Aktion» publik machte, reagierten Lokalpolitiker erstaunt und verärgert. Der kantonale Migrationsdienst informiert heute über das weitere Vorgehen. Wahrscheinlich ist, dass die Asylbewerber auf andere Zentren verteilt werden.

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