26.09.2016 20:22

TürkeiFlüchtlinge bekommen Prepaid-Karten mit Geld

Die EU will den Flüchtlingen in der Türkei ein «Gefühl der Normalität» vermitteln. Das Programm kostet Brüssel 350 Millionen Euro.

Die Türkei beherbergt rund drei Millionen Flüchtlinge: Ein Flüchtlingskind aus Syrien mit einer Debitkarte.

Die Türkei beherbergt rund drei Millionen Flüchtlinge: Ein Flüchtlingskind aus Syrien mit einer Debitkarte.

Unter dem EU-Türkei-Abkommen zur Eindämmung des Flüchtlingsandrangs hat die Europäische Union am Montag eine spezielles Geldkartenprogramm für Flüchtlinge gestartet. Mit den Prepaid-Karten können Flüchtlinge nach eigenen Bedürfnissen Geld am Automaten ziehen, Einkäufe erledigen, Mieten begleichen oder Bildungsangebote zahlen.

Fast 350 Millionen Euro stellt Brüssel für das Programm bereit. Jede einzelne Karte wird monatlich mit hundert türkischen Lira (30 Euro) aufgeladen.

«Beispiellose Antwort» auf eine «beispiellose Krise»

Der EU-Kommissar für humanitäre Hilfe, Christos Stylianides, sagte zur offiziellen Einführung des Programms, die Karten gäben den Flüchtlingen ein wenig ein «Gefühl der Normalität» zurück. Das Programm sei eine «beispiellose Antwort» auf eine «beispiellose Krise».

In der Praxis wird das Programm umgesetzt vom türkischen Roten Halbmond und dem Welternährungsprogramm WFP mit Unterstützung der türkischen Behörden. Es soll ab Oktober starten.

Flüchtlingsdeal

Die Türkei beherbergt rund drei Millionen Flüchtlinge, die meisten von ihnen stammen aus Syrien. Ankara und die EU hatten im März ein Abkommen geschlossen, das den Flüchtlingsandrang nach Europa stoppen soll. Es sieht vor, dass die Türkei alle Flüchtlinge zurücknimmt, die auf den griechischen Ägäis-Inseln eintreffen und deren Asylanträge abgelehnt wurden.

Im Gegenzug nimmt die EU für jeden abgeschobenen Syrer auf legalem Weg einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf. Das Kreditkarten-Programm ist Teil des fast sieben Milliarden Euro umfassenden Abkommens. (sda)

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