Deutschland: «Flüchtlinge gehen mit Messer aufeinander los»
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Deutschland«Flüchtlinge gehen mit Messer aufeinander los»

Der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft fordert besseren Schutz für bedrohte Menschen in Flüchtlingslagern. Er spricht von einem hohen Konfliktpotenzial.

von
fal
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Die Flüchtlinge gingen mit Reizgas aufeinander los: Polizisten vor der Unterkunft in Kassel. (27. September 2015)

Die Flüchtlinge gingen mit Reizgas aufeinander los: Polizisten vor der Unterkunft in Kassel. (27. September 2015)

AFP/Uwe Zucchi
Drei Polizisten und elf Flüchtlinge wurden verletzt. (27. September 2015)

Drei Polizisten und elf Flüchtlinge wurden verletzt. (27. September 2015)

AFP/Uwe Zucchi
Ein Gruppe von 70 Asylbewerbern wird nun umquartiert. (27. September 2015)

Ein Gruppe von 70 Asylbewerbern wird nun umquartiert. (27. September 2015)

AFP/Uwe Zucchi

Die Deutsche Polizeigewerkschaft beklagt «knallharte kriminelle Strukturen» in einigen Flüchtlingsunterkünften. Dort würden sowohl religiös und politisch motivierte Konflikte wie auch Kämpfe um die Vorherrschaft ausgetragen, sagt Rainer Wendt, der Präsident der deutschen Polizeigewerkschaft, der «Passauer Neuen Presse».

Gruppen schlössen sich nach Ethnien, Religion oder Clan-Strukturen zusammen «und gehen mit Messern und selbstgebastelten Waffen aufeinander los». Vielfach bedrängt würden vor allem Christen unter den Flüchtlingen, sagte Wendt weiter. Diese sollten daher «unter besonderen Schutz gestellt werden». Auch bei Frauen und allein reisenden Kindern und Jugendlichen gebe es viele Fälle massiver Übergriffe.

Grosse Probleme unter muslimischen Gruppen

Die meisten Gewalttaten ereigneten sich allerdings zwischen muslimischen Gruppen, so Wendt weiter. «Da kämpfen Sunniten gegen Schiiten, da gibt es Salafisten unterschiedlichster Ausprägung», die versuchten, ihre Regeln durchzusetzen. Beispielsweise würden Frauen gezwungen, sich zu verschleiern und Männer, an Gebeten teilzunehmen.

Wendt forderte eine schnelle Abschiebung gewalttätiger Flüchtlinge. «Bei denjenigen, die hier straffällig werden, Verbrechen begehen, muss der Rechtsstaat mit ganzer Härte durchgreifen», verlangte der Gewerkschaftschef.

Bundesweit gab es wiederholt Auseinandersetzungen in Flüchtlingsunterkünften, zuletzt eine Massenschlägerei in einer Unterkunft in Kassel mit 14 Verletzten. Deshalb waren Forderungen laut geworden, Flüchtlinge künftig nach Religionen getrennt unterzubringen. (fal/afp)

Journalisten in Dresden attackiert

Während einer Demonstration der anti-islamischen Pegida-Bewegung sind am Montagabend zwei Journalisten angegriffen worden. Wie eine Polizeisprecherin heute in Dresden sagte, soll ein Fotograf von Teilnehmern der Demo geschlagen, ein anderer Journalist getreten worden sein. Zu den näheren Umständen konnte die Sprecherin zunächst keine Angaben machen.

Die Pegida-Demonstration hatte am Montagabend vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise weiteren Zulauf. Die Initiative «durchgezaehlt» ging von mehr als 7500 Teilnehmern aus. Pegida steht für «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes». (afp)

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