20.08.2015 05:43

SozialprojektFlüchtlinge sollen für Berner Burger braten

Soziale Gerechtigkeit ist dem Team von GestalterEi wichtig. Neben dem monatlichen Abendessen für Flüchtlinge möchten sie jetzt auch Arbeitsplätze schaffen.

von
Andrea Muff
Simon Tauber soziales Engagement geht in die nächste Runde: Er möchte Arbeitsplätze für Flüchtlinge und arbeitslose Jugendliche schaffen.

Simon Tauber soziales Engagement geht in die nächste Runde: Er möchte Arbeitsplätze für Flüchtlinge und arbeitslose Jugendliche schaffen.

«Ein konstruktives Zeichen in der Flüchtlingsthematik setzen» – das will das Team um Simon Tauber (30) von GestalterEi in Ittigen. Dieses bekocht einmal pro Monat die Flüchtlinge aus der nahen Notunterkunft. Jetzt will Tauber noch einen Schritt weiter gehen: Er will den Flüchtlingen und arbeitslosen Jugendlichen eine Arbeitsmöglichkeit bieten.

Auf der Crowdfunding-Plattform Wemakeit sucht der Verein Geld, um den Bau eines Zirkuswagens zu finanzieren. «Im Zirkuswagen werden wir ein Take-away für die umliegenden Büros einrichten», sagt Tauber. Sandwiches, Burgers und Salate werden dann von Flüchtlingen oder Jugendlichen verkauft. Damit schafft das junge Unternehmen eine Integrationsplattform. Innerhalb von drei Wochen war das Anliegen finanziert – es kann aber immer noch gespendet werden.

Stehen noch am Anfang

Doch ganz erreicht hat der Initiant sein Ziel damit noch nicht. «Das Anstellen der anerkannten Flüchtlinge ist mit einem bürokratischen Aufwand verbunden – wir stehen also noch ganz am Anfang», so der 30-Jährige. Auch das Zirkuswagen-Beizli befinde sich momentan in Bau. «In gut zwei Monaten wird es fertig sein», verspricht Tauber. Richtig starten wird der «Wagen zum Glück» erst im 2016.

Kontakt geknüpft zu den benachbarten Flüchtlingen hat Tauber bereits. Er organisiert ein monatliches Willkommens-Essen, bei dem Gäste aus Syrien, Irak, Somalia oder Eritrea zum servierten Eintopf ihr selbstgemachtes Fladenbrot mitbringen. «Die Stimmung ist jeweils herzlich und fröhlich. Auch wenn ihre bemerkenswerten Geschichten oft von Gewalt und Verlust geprägt sind», so Tauber. «Mit diesen Willkommens-Essen wollen wir eine Kultur der Wertschätzung leben.»

Bei diesen Abendessen äusserten die Flüchtlinge immer wieder den Wunsch, einer Arbeit nachgehen zu dürfen. «Sie sind äusserst motiviert», betont Tauber.

Der Willkommens-Schmaus wird mit Spenden finanziert und beim Service und Kochen helfen Freiwillige aus der Gemeinde. «Ich finde das Abendessen sehr wertvoll. Weil es regelmässig stattfindet, gibt es den Flüchtlingen eine Alltagsstruktur», sagt der freiwillige Helfer Arnold Scheuing.

Handwerk, Kultur und Gastronomie unter einem Dach

Das GestalterEi zog 2011 in das ehemalige Lagerhaus an der Papiermühlestrasse. Mit Maler- und Schreinerarbeiten sowie einem neuen Lichtkonzept verschönerten die Initianten die Räume. Verschiedene Kreativschaffende richteten daraufhin ihre Ateliers ein. Das GestalterEi vereint nach eigenen Aussagen die Bereiche Handwerk, Kultur und Gastronomie unter einem Dach zu einem Haus der Kreativität und Innovation.

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