Balthasar Glättli: Flüchtlinge sollen Zweitwohnungen belegen
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Balthasar GlättliFlüchtlinge sollen Zweitwohnungen belegen

Grünen-Fraktionschef Balthasar Glättli sieht in der Nutzung von leeren Wohnungen eine Möglichkeit, der steigenden Zahl Asylsuchender zu begegnen.

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mlr
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Bei einem Flüchlingsansturm sollen Ferienwohnungen zu Asylheimen umfunktioniert werden:  Zweitwohnungen auf der Lenzerheide-Valbella. (Archivbild)

Bei einem Flüchlingsansturm sollen Ferienwohnungen zu Asylheimen umfunktioniert werden: Zweitwohnungen auf der Lenzerheide-Valbella. (Archivbild)

Keystone/Arno Balzarini
Diese Wohnungen hätten Kapazität, um Flüchtlinge einzuquartieren, die bereits seit einiger Zeit in der Schweiz leben ...

Diese Wohnungen hätten Kapazität, um Flüchtlinge einzuquartieren, die bereits seit einiger Zeit in der Schweiz leben ...

Keystone/Peter Schneider
... weniger Betreuung benötigen und selbständig sind.

... weniger Betreuung benötigen und selbständig sind.

Keystone/Maxime Schmid

Viele Zweitwohnungen stehen temporär leer – nach Ansicht des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Balthasar Glättli sind das ungenutzte Ressourcen. Er schlägt vor, diese Wohnungen als Asylunterkünfte zu nutzen. «Damit könnten wir bei unerwartet grossen Flüchtlingszahlen zwei Fliegen auf einen Streich schlagen! Die Wohnungen werden temporär genutzt, statt dass sie leer stehen, und die Gemeinden werden bei der Unterkunftssuche entlastet», wird der Politiker von Blick.ch zitiert.

Der Bundesrat solle Stellung dazu nehmen, welches Potenzial er in der Idee sieht. Glättli hält es für nötig, vorausschauend zu evaluieren, welche Unterbringungsoptionen es gebe – auch wenn das im Moment noch nicht nötig sei. Zudem müsse die Bevölkerung mit der Nutzung von Zweitwohnungen einverstanden sein. Er denke dabei auch eher an Flüchtlinge, die bereits seit geraumer Zeit in der Schweiz seien, weil diese weniger Betreuung bräuchten.

Als eine weitere Möglichkeit sieht Glättli die Einquartierung von Asylsuchenden in Hotels und Tourismusunterkünften. «Angesichts der Unterbelegung aufgrund der Frankenstärke könnte das eine Win-win-Situation ergeben», glaubt Glättli. Als Anregung nahm er einen Bericht des früheren Direktors des Bundesamts für Flüchtlinge, Peter Arbenz, aus den 90er-Jahren. Bereits damals wurde über Zweitwohnungen, Kasernen, sowie leer stehende Gebäude und Hotels als Flüchtlingsunterkünfte nachgedacht.

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