Appenzell: Flüchtlinge werden in Kloster untergebracht

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AppenzellFlüchtlinge werden in Kloster untergebracht

Der Kanton Appenzell Innerrhoden reagiert auf die steigenden Flüchtlingszahlen. So soll etwa das Kapuzinerkloster als Unterkunft dienen.

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rar/sda
Das Kapuzinerkloster in Appenzell wird als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt.

Das Kapuzinerkloster in Appenzell wird als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt.

Im Kanton Appenzell Innerrhoden sind die Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen erschöpft, heisst es in einem Communiqué der Standeskommision vom Dienstag. Dies veranlasste den Kanton dazu, neue Unterkünfte bereitzustellen. Das Kapuzinerkloster in Appenzell hat sich laut Standeskommission als geeignete Unterkunft erwiesen, die mit einer kleinen baulichen Anpassung ab November für maximal 30 Personen zur Verfügung steht. Ebenso wird das Haus Hirschberg vorbereitet, wo zwölf Flüchtlinge eine Unterkunft finden.

Wie der Kanton mitteilt, hätten Abklärungen ergeben, dass eine Platzierung im Kloster mit wenig Aufwand möglich sei. Die Zimmer würden bereits in einer geeigneten Grösse bestehen und auch die sanitären Anlagen sowie Aufenthaltsräume seien vorhanden. Eine Küche liesse sich im Erdgeschoss mit wenig Aufwand einrichten.

Zivilschutzanlage als Notunterkunft

Zur sofortigen Entlastung der aktuell überbelegten Asylstrukturen hat das Gesundheits- und Sozialdepartement, das im Kanton für die Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte verantwortlich ist, die vorübergehende Öffnung einer Zivilschutzanlage als Notunterkunft geprüft. So soll die Zeit bis zum Bezug der Unterkünfte Hirschberg und Kapuzinerkloster überbrückt werden. Es wurde festgestellt, dass hierfür die Zivilschutzanlage bei der Drisag in Oberegg am idealsten ist. Die Anlage steht sofort bereit und soll bis voraussichtlich Mitte November für die Unterbringung von acht bis maximal 20 Asylsuchenden genutzt werden.

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Die Asylsuchenden werden in der Zivilschutzanlage schlafen, tagsüber aber in den Betreuungsstrukturen im inneren Landesteil integriert sein. Die Standeskommission hat der befristeten Nutzung der Zivilschutzanlage in Oberegg für die Unterbringung von Asylsuchenden zugestimmt.

Jugendherbergen zu Unterkünften umgenutz

Auch im Kanton St. Gallen sind die Zentren für Asylsuchende wegen des grossen Zustroms überlastet. In der Jugendherberge in der Stadt St. Gallen werden deshalb ab November vorübergehend Flüchtlinge untergebracht. Die Unterkunft in St. Gallen wird von November bis März für die Asylsuchenden geöffnet. Die Betreuung der Flüchtlinge übernehme vom kantonalen Migrationsamt geschultes Personal, wurde mitgeteilt.

Auch in Rapperswil-Jona wird wie schon in den Vorjahren die Jugendherberge in diesem Winter Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Die vorübergehende Nutzung für Asylsuchende sei mit der Stadt, der Besitzerin der Liegenschaft, abgesprochen und habe sich bewährt.

Für die Unterbringung von Flüchtlingen kämen aber nur Jugendherbergen in Frage, die in den Wintermonaten geschlossen seien. Einige davon würden sich in historischen Gebäuden befinden und könnten im Winter mangels Heizung nicht genutzt werden.

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