Aktualisiert 25.10.2015 10:20

GriechenlandFlüchtlingsboot gekentert – Tote und Vermisste

Vor der griechischen und der libyschen Küste sind mehrere Migranten bei Bootsunglücken gestorben. Derweil macht EU-Kommissionspräsident Juncker Druck auf die Balkanstaaten.

Chaos bei der Ankunft: Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos. (24. Oktober 2015)

Chaos bei der Ankunft: Flüchtlinge erreichen die griechische Insel Lesbos. (24. Oktober 2015)

Bei stürmischem Wetter ist wenige Kilometer östlich der Ägäisinsel Lesbos erneut ein Flüchtlingsboot gekentert. Mindestens drei Menschen - eine Frau und zwei Kleinkinder - kamen im Wasser ums Leben. Wie griechische Medien weiter berichten, konnten 48 der Schiffbrüchigen gerettet werden. Nach Schätzungen werden allerdings noch etwa 15 Menschen vermisst.

Ein weiteres Schiffsunglück ereignete sich im Mittelmeer vor der libyschen Küste. Bei einem Schiffsunglück sollen mindestens 40 Personen ums Leben gekommen sein, wie italienische Medien berichteten. 27 Leichen wurden auf dem Strand von Zliten, einer Stadt westlich von Tripolis, entdeckt.

Dabei handle es sich um Migranten aus dem afrikanischen Raum. Weitere 13 Leichen wurden auf anderen Stränden der Gegend gefunden. Einheiten der EU-Grenzmission «Triton» sind auf der Suche nach 30 Migranten, die seit dem Unglück vermisst werden.

Juncker erhöht Druck auf Balkanstaaten

Vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel erhöhte derweil Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker den Druck auf die Balkanstaaten, um deren «Politik des Durchleitens» in der Flüchtlingskrise zu beenden.

«Die Staaten entlang der West-Balkan-Route müssen geordnete Verfahren und Verhältnisse gewährleisten», sagte Juncker der «Bild am Sonntag». Die EU-Kommission erwarte, «dass sich alle an die geltenden Spielregeln halten, wenn wir Schengen nicht infragestellen wollen».

Juncker kündigte zudem an, die EU-Aussengrenzen besser sichern zu wollen. «Es geht jetzt darum, den Migrationsstrom zu verlangsamen und unsere Aussengrenzen unter Kontrolle zu bringen», sagte der EU-Kommissionspräsident . «Wir müssen auch klarmachen, dass Menschen, die an unseren Grenzen ankommen, aber nicht internationalen Schutz suchen, kein Recht auf Zugang in die EU haben.» (sda)

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