Belegte Heime: Flüchtlingskinder dürfen bei Gastfamilien wohnen
Aktualisiert

Belegte HeimeFlüchtlingskinder dürfen bei Gastfamilien wohnen

Das Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylsuchende ist voll. Deshalb dürfen Gastfamilien in Basel diese nun privat bei sich unterbringen.

von
mak
Seit dem 1. Dezember dürfen Private in Basel-Stadt bei sich erwachsene Flüchtlinge aufnehmen. Jetzt dürfen auch unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) aufgenommen werden.

Seit dem 1. Dezember dürfen Private in Basel-Stadt bei sich erwachsene Flüchtlinge aufnehmen. Jetzt dürfen auch unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) aufgenommen werden.

Keystone/Christian Brun

50 unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA) sind schätzungsweise gemäss Angaben des Kinder- und Jugenddienstes Basel-Stadt (KJD) in diesem Jahr im Kanton Basel-Stadt aufgenommen worden. Die 15 Plätze im Basler Wohnheim für minderjährige Flüchtlinge waren schnell besetzt. Als am 1. Dezember die private Unterbringung von Flüchtlingen in Basel erlaubt wurde, waren UMA noch davon ausgenommen.

Diese Vorgabe wird nun gelockert, denn das Basler Wohnheim für UMA ist besetzt. Und das schon «seit einiger Zeit», wie Jacqueline Lätsch, stellvertretende Amtsleiterin der Sozialhilfe Basel Stadt, gegenüber der Basellandschaftlichen Zeitung sagt. «In Zusammenarbeit mit dem Kinder- und Jugenddienst werden deshalb laufend andere betreute Plätze gesucht.» Gemeint sind damit Pflegefamilien, Heime, betreute Wohngemeinschaften oder Gastfamilien.

Doppelt so viele UMA wie 2014

In der ganzen Schweiz haben die Behörden dieses Jahr insgesamt 2378 Asylgesuche von UMA erhalten. Im letzten Jahr waren es noch 794. Mächler hat den Behörden in Basel-Stadt bereits unter die Arme greifen und eine Familie vermitteln können, die sich für die Aufnahme von zwei minderjährigen Asylsuchenden eignet.

Das Bewilligungsverfahren wird hierfür vereinfacht und beschleunigt. Der Vorteil bei der Zusammenarbeit mit der Kontaktstelle der GGG ist nun, dass die Projektleiterin Gabi Mächler die Gastfamilien bereits kennen gelernt hat und den Behörden ihre Empfehlungen abgeben kann.

Von den vielen Anmeldungen, die Mächler seit Anfang Dezember erhalten hat, kommen im Moment 23 Gastfamilien infrage. Diese wollten aber hauptsächlich erwachsene Asylsuchende aufnehmen. «Ich bin zuversichtlich, dass wir im Januar mit den ersten Umzügen rechnen können», so Mächler zur «bz». «Wir würden uns sehr freuen, wenn sich mehr Gastfamilien melden würden», sagt KJD-Leiter Stefan Blülle.

Deine Meinung