Steigende Mieten: Flüchtlingswelle könnte «Schweizer Wohnsituation spürbar verschärfen»

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Steigende MietenFlüchtlingswelle könnte «Schweizer Wohnsituation spürbar verschärfen»

Geht es nach den Kantonen, sollen sich Geflüchtete aus der Ukraine auf dem freien Markt Wohnungen suchen. Dadurch dürften Wohnungen knapper und teurer werden. 

von
Dominik Fischer
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Durch die 70’000 geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer spannt sich die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt an. 


Durch die 70’000 geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer spannt sich die Lage auf dem Schweizer Wohnungsmarkt an. 

20min/Marco Zangger
 Geht es nach den Kantonen, sollen die Geflüchteten auf dem freien Wohnungsmarkt nach Unterkünften suchen.

Geht es nach den Kantonen, sollen die Geflüchteten auf dem freien Wohnungsmarkt nach Unterkünften suchen.

20min/Simon Glauser

Insbesondere in grossen Städten wird die Flüchtlingswelle Auswirkungen haben. 


Insbesondere in grossen Städten wird die Flüchtlingswelle Auswirkungen haben. 

20min/Marco Zangger

Darum gehts 

Die Wohnsituation in der Schweiz dürfte sich in den nächsten Monaten weiter verschärfen. Dahinter steckt auch der Krieg in der Ukraine. Der Professor für Immobilien an der Universität Bern, Donato Scognamiglio, sagt zur «SonntagsZeitung»: «Wenn ein Grossteil der bis zu 70’000 erwarteten Ukrainer in der Schweiz in eine eigene Mietwohnung zügeln, wird sich die Wohnsituation in der Schweiz spürbar verschärfen.»

Auch der Berner Regierungsrat Pierre-Alain Schnegg warnte gegenüber der «SonntagsZeitung» bereits vor «Folgen auf dem Wohnungsmarkt» durch die Unterbringung Geflüchteter aus der Ukraine. Geht es nach den Kantonen, sollen die Geflüchteten auf dem freien Wohnungsmarkt nach Unterkünften suchen. Die erhöhte Nachfrage treibt dabei jedoch die Mieten in die Höhe: Immer mehr Menschen werden sich um immer weniger und teurere Wohnungen streiten. 

In Bern und Zürich herrscht schon jetzt Wohnungsnot

Vor allem in den grossen Städten seien die Auswirkungen gemäss Scognamiglio zu spüren. Schon heute ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt dort prekär: So liegt die Leerwohnungsziffer in Bern bei 0,5 Prozent, in Zürich sogar bei nur 0,17 Prozent. Dabei herrscht bereits bei einer Zahl leerer Wohnungen unter einem Prozent offiziell Wohnungsnot, schreibt die Zeitung. 

Durch die Knappheit wird es zudem «mittelfristig einen Druck hin zu höheren Mieten» geben. Insbesondere bei Wohnungswechseln dürften die Immobilienbesitzer bei den Preisen aufschlagen. Dazu kommt: Wegen der jüngsten Zinserhöhung der Nationalbank wird in ein bis zwei Jahren der Referenzzinssatz steigen. Dadurch dürfen auch in bestehenden Mietverhältnissen die Mieten erhöht werden, schreibt die «SonntagsZeitung». Ganz anders gestaltet sich die Situation auf dem Land: Hier wird es dank genügend freier Wohnungen «kein Problem sein, wenn ukrainische Flüchtlinge eine Wohnung suchen», so der Immobilienexperte.

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