Flügel für den Irak
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Flügel für den Irak

Der Wiederaufbau Iraks zeigt sich auch in der Ausstattung des Irakischen Nationalorchesters: Seit Samstag ist das arg gebeutelte Ensemble im Besitz eines rund 100 000 Dollar teuren Flügels aus den berühmten Werkstätten des US-Pianobauers Steinway & Sons.

Sechs Freiwillige hätten fünf Stunden mit dem Auspacken, Aufstellen und Stimmen des kostbaren Instruments verbracht, sagte Pianist Fadi Simer am Samstag. Er sei sehr glücklich über das Geschenk, denn bisher habe sich das Orchester mit einem «sehr alten Klavier» begnügen müssen.

Im Krieg hatten die Musiker viele ihrer Instrumente und Noten verloren; das Gebäude, in dem sie probten, wurde beschädigt. Der Wiederbeginn in einem nicht klimatisierten Probensaal ohne Strom und angemessene Akustik am Rande Bagdads war beschwerlich.

Dann durfte das Orchester ins Konferenzzentrum umziehen, in dem auch die US-geführte Koalition ihr Hauptquartier hat. Zu einer weiteren Annährung an die USA kam es im Dezember, als das Nationalorchester sein Debüt in Washington gab. «Das Wichtigste war, den Amerikanern zu zeigen, dass es in Irak Kultur gibt (...), weil sie nur die schlimmen Dinge in Fernsehen sehen», sagte Orchesterleiter Hischam Scharaf.

(sda)

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