Wegen mangelndem Regen: Flüssen geht das Wasser aus – Kantone und Gemeinden schlagen Alarm

Aktualisiert

Wegen mangelndem RegenFlüssen geht das Wasser aus – Kantone und Gemeinden schlagen Alarm

In den nächsten Tagen kommt es erneut zu einer Hitzewelle. Bereits jetzt stehen die Pegel der Schweizer Fliessgewässer auf einem Niedrigstand. Dies hat auch mit dem mangelnden Regen zu tun.

von
Seline Bietenhard
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Besonders auffällig sind Trockenperioden am oberen Lauf der Töss. Dort trocknet das Flussbett immer wieder vollständig aus. 

Besonders auffällig sind Trockenperioden am oberen Lauf der Töss. Dort trocknet das Flussbett immer wieder vollständig aus. 

20 min/Ela Çelik
Im Kanton Zürich will man sich einen Überblick über die Situation und mögliche Auswirkungen bezüglich der Trockenheit verschaffen und diese Woche noch informieren. 

Im Kanton Zürich will man sich einen Überblick über die Situation und mögliche Auswirkungen bezüglich der Trockenheit verschaffen und diese Woche noch informieren. 

20 min/Ela Çelik
In einigen Kanton und Gemeinden wurden bereits Massnahmen ergriffen.

In einigen Kanton und Gemeinden wurden bereits Massnahmen ergriffen.

20min/Matthias Spicher

Darum gehts

  • Der mangelnde Regenschauer sorgt für tiefe Pegelstände.

  • In einzelnen Kantonen wurde die Bevölkerung bereits zum Wassersparen aufgerufen.

  • Falls die Pegelstände der Flüsse weiter sinken, kann es auch zu vermehrtem Fischsterben kommen.

Die nächste Hitzewelle rollt auf die Schweiz zu. Bereits ab Mittwoch sind schweizweit Temperaturen von über 30 Grad möglich. Der mangelnde Regen führt zu Trockenheit – bereits jetzt besteht in Teilen des Tessins und im Wallis erhebliche bis grosse Waldbrandgefahr – und tiefe Pegelstände in den heimischen Gewässern. Besonders Flüsse und Bäche sind von einer drohenden Knappheit betroffen. Denn laut dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) muss in den nächsten Tagen mit weiter sinkenden Wasserständen gerechnet werden. «Die Wasserstände weisen mehrheitlich unterdurchschnittliche Werte auf. In der Westschweiz und auf der Alpensüdseite werden an mehreren Stationen Niedrigwasserabflüsse gemessen, wie sie nur alle zwei bis fünf Jahre auftreten», heisst es in einer Mitteilung.

Auch die Kantone schlagen Alarm. «Die Wasserstände sind in den letzten Tagen deutlich gesunken», heisst es beim Kanton Aargau. Auch die Kantone Luzern, Freiburg, Basel-Stadt, Solothurn und Graubünden bestätigen die niedrigen Pegelstände. «Wir haben an verschiedenen Gewässern automatische Pegelmessstationen, anhand derer wir die Wasserstände überwachen. Sie zeigen tiefe Wasserstände, führen jedoch zur Zeit noch genügend Wasser, sodass wir noch keinen Alarm ausgelöst haben. Dies kann sich jedoch in den nächsten Tagen ändern», heisst es beim Kanton Solothurn. Im Hinblick auf die nächste Hitzewelle könne es zu einer Knappheit bei den Oberflächengewässern kommen. Für Gewässer mit Entnahmen gebe es aber Notfallkonzepte mit vorgegebenen Schwellenwerten unterhalb denen die Entnahmen eingeschränkt respektive verboten werden können.

Gemeinden rufen zum Wassersparen auf

In einigen Kanton wurden bereits Massnahmen ergriffen. So unter anderem im Kanton Freiburg: «Einzelne Gemeinden haben die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen oder auch schon Verbote in Bezug auf Autowaschen, Schwimmbad auffüllen oder Rasen bewässern ausgesprochen, um zu gewährleisten, dass genügend Trinkwasser für die Haushalte zur Verfügung steht», sagt Sprecherin Rachel Brulhart. Der Grund: «Diese Gemeinden beziehen ihr Wasser aus Grundwasser oder Quellen, welches aufgrund mangelnder Niederschläge derzeit knapp ist.» Auch in einigen Luzerner Gemeinden wurde die Bevölkerung dazu aufgerufen, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Ebenso im Tessin, wo die Bevölkerung per Plakat dazu aufgefordert wird, so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen. Im Kanton Zürich will man sich einen Überblick über die Situation und mögliche Auswirkungen bezüglich Trockenheit verschaffen und diese Woche noch informieren. 

Magst du Hitze?

Laut dem BAFU verfügt die Schweiz grundsätzlich über genügend Wasserreserven. «80 Prozent des Trinkwassers werden aus Grundwasser gewonnen, der Rest aus Seen», heisst es beim BAFU. Auch bei tiefen Pegelständen stehe so noch ausreichend Grundwasser zur Verfügung. Bei kleineren lokalen Grundwasservorkommen und Quellen können in Trockenperioden aber Engpässe entstehen. Deshalb komme es dort immer wieder zu Aufrufen zum Wassersparen.

Die tiefen Wasserstände bedrohen aber auch das Leben der Fische. Der Kanton Schaffhausen hat diesbezüglich Massnahmen ergriffen. «Die anhaltend hohen Wassertemperaturen im Rhein sowie der tiefe Wasserstand erhöhen den Druck auf die Fischbestände – insbesondere Äschen und Forellen – stetig. Viele Äschen, die ums Überleben kämpfen, ziehen sich nun an kühlere Stellen, wie Bachmündungen und Grundwasseraufstösse, zurück», heisst es in einer Mitteilung. Aufgrund des vorhergesagten weiteren Anstiegs der Lufttemperaturen in den nächsten Tagen wurde am Dienstag das Notfall-Konzept Äschen eingeleitet. Dabei werden unter anderem Bachmündungen und Grundwasseraufstösse künstlich ausgebaut, um die Überlebenschancen der Äschen zu verbessern.  

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