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VulkanausbruchFlug fällt aus - was nun?

Zahlreiche Länder haben ihren Luftraum komplett oder teilweise gesperrt. 20 Minuten Online hat alle grösseren Flughäfen Europas verlinkt und zeigt Alternativen für Schweizer Reisende.

Flughäfen in ganz Mitteleuropa mussten sich dem Ascheregen des Eyjafjallajökull beugen und aus Sicherheitsgründen den Verkehr einstellen. Die Aschewolke erstreckt sich von den britischen Inseln bis in den Balkan. Erwartet wird, dass die Partikel - der Vulkan stösst noch immer Asche aus - in östlicher und zunehmend in südöstlicher Richtung auf den europäischen Kontinent zutreiben. Am Samstag wird sich die Situation eher verschlimmern. Einzelne Airlines rechnen gar mit einem Flugstopp bis am Montag.

Länder

Alphabetisch aufgelistet die Länder und ihre wichtigsten Flughäfen. Mit einem Klick darauf gelangen Sie direkt zur Flughafenwebseite mit den aktuellsten Informationen. Bei allen Zeitangaben ist die jeweilige Lokalzeit gemeint.

Schweiz:Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) gab am Freitag bekannt, dass der Luftraum ab Samstag, 00:00 bis Samstag 09:00 gesperrt werde. Der Flughafen Zürich schloss um 21:30 Uhr. Die Öffnung ist für frühestens 09:00 veranschlagt. Der Euroairport Basel/Mulhouse will um 14:00 wieder öffnen.

Deutschland: In Deutschland waren ab Freitagnachmittag alle grossen Flughäfen Frankfurt, Berlin-Tegel, Berlin-Schoenefeld, Hamburg, Bremen, Hannover, Münster/Osnabrück, Düsseldorf und Köln/Bonn

Belgien: Der Brüsseler Flughafen soll wie der belgische Luftraum bis mindestens am Samstag um 10:00 gesperrt sein.

Dänemark: Der Flughafen Kopenhagen schloss bereits am 15. April. Die dänischen Flughäfen sollen mindestens bis Samstag 08:00 gesperrt bleiben.

Finnland: Der Flughafen Helsinki-Vantaa ist bereits seit mehreren Tagen geschlossen und man rechnete mit einem mehrtägigen Ausfall. Ab Samstag um 15 Uhr sollen wieder Flugzeuge starten und landen.

Frankreich: In Paris waren die Flughäfen am Freitag bis Abends um 18 Uhr für Ausnahmefälle offen. Am Samstag ab 08:00 soll der Flugverkehr auf den Flughäfen Charles de Gaulle, Orly and Le Bourget und in Nordfrankreich wieder aufgenommen werden. Der aktuelle Stand ist der Webseite der Direction Générale de l'Aviation zu entnehmen.

Grossbritannien: Der britische Luftraumüberwacher NATS empfiehlt eine Sperrung bis Samstag 13 Uhr. Irland und Schottland seien nicht betroffen, Transatlantikflüge seien dort möglich. Allerdings rechnet man in England mit einer Rückkehr der Aschewolke gegen 10 Uhr morgens und will keine Garantien abgeben. British Airways hat für Samstag alle Flüge von und nach London gestrichen. Die britische Fluglinie forderte alle Passagiere auf ihre Web-Site auf, nicht am Flughafen zu erscheinen. Auf der Webseite der staatlichen BAA, welche Flughäfen in London, Edinburgh und Glasgow betreibt, stehen immer die aktuellsten Informationen.

Italien: Wie die Flugbehörde ENAC am Freitagabend mitteilte, soll die Sperrung am Samstag um 06.00 Uhr beginnen und bis 14.00 Uhr andauern. Betroffen von der Sperrung sind beispielsweise die Flughäfen von Rom, Mailand und Venedig. Die italienische Fluggesellschaft Alitalia hat alle Flüge von und nach Norditalien eingestellt.

Niederlande: Der Flughafen Schiphol kann laut Webseite keinen Zeitpunkt für die Wiedereröffnung des Flugverkehrs bekanntgeben.

Norwegen: der Flughafen in Oslo ist geschlossen. Bis auf weiteres sind alle Flüge gestrichen.

Österreich Die Flughäfen in Wien und in Linz liessen um 18:45 die letzten Flugzeuge landen. Salzburg und Innsbruck machten um 19 Uhr dicht und in Graz und Klagenfurt war um 22 Uhr Schluss. Die Flugbehörde Austro Control kann nicht sagen, wann der Luftraums wieder geöffnet wird.

Polen: In Polen sind fast sämtliche Flughäfen auf unbestimmte Zeit geschlossen, darunter die zwei wichtigsten, Frederyk Chopin in Warschau und Johannes Paul II. in Krakau. Die Aschewolke nahm am Freitag direkten Kurs auf das Land.

Russland: Im Sheremetyevo airport in Moskau wurden viele Flüge nach Mitteleuropa gestrichen. In Russland rechnet man frühestens mit Samstag 16:00.

Schweden: Schweden rechnet bereits mit Flugausfällen das ganze Wochenende über. Die Flughäfen Stockholm-Arlanda und solche südlich davon wie Malmö, Göteborg Landvetter oder Ronneby bleiben bis mindestens Samstag 08:00 geschlossen, eher länger. Im Norden des Landes sind Inlandflüge von und nach Luleå und Kiruna beschränkt möglich.

Tschechien: Der Flughafen von Prag liess ab Freitagmittag keine Flugzeuge mehr starten. Er soll frühestens am Samstag um 08:00 wieder Starts erlauben.

Ungarn: Das Land schloss den Flughafen am Freitag um 19 Uhr. Die Sperre solle 24 Stunden aufrecht erhalten bleiben, hiess es auf der offiziellen Website.

Airlines

Swiss hat für Samstag sämtliche Flüge bis 15 Uhr annulliert. Das sind 250 der rund 400 geplanten Flüge. Rund 30 000 Buchungen sind betroffen. Reisende, deren Flug annulliert wurde, erhalten von der Swiss gratis eine andere Reservation bis am 31. Mai. Wer seinen Flug nur annullieren will, erhält das Geld zurück gemäss den Konditionen auf dem Ticket.

Die Lufthansa will ab Samstagmittag wieder auf deutschen Flughäfen starten und landen. Die Lufthansa bietet Kunden, die innerdeutsche Flüge gebucht haben, im aktuellen Fall auch die kostenlose Umbuchung auf die Bahn an.

British Airways hat am Samstag alle Flüge von und nach London gestrichen. Es besteht die Chance, dass einige Interkontinentalflüge über Schottland umgeleitet werden.

Die Billigairline Ryanair streicht bis Montagmittag die meisten ihrer Flüge. Betroffen sind alle Flüge von und nach Norddeutschland, Grossbritannien, Irland, Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Schweden, die Niederlande und Nordfrankreich.

Ihre Rechte

Was können Sie als Passagier tun, wenn Ihr Flieger verspätet oder gar nicht abhebt? Hier vier Fragen und Antworten:

Beim Vulkanausbruch handelt es sich um höhere Gewalt - gibt es in diesem Fall überhaupt Rechte?

Fluggäste haben Anspruch auf Unterstützungsleistungen der Airlines, nicht aber auf Ausgleichszahlungen. Denn die Naturkatastrophe ist ein klassischer Fall «aussergewöhnlicher Umstände», an denen niemand Schuld hat.

Wann haben Fluggäste Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises?

Wird ein Flug annulliert, müssen die Airlines den Ticketpreis inklusive Steuern und Gebühren erstatten. Das gilt auch, wenn der gebuchte Flug mindestens fünf Stunden Verspätung hat. Alternativ können Passagiere kostenlos auf einen anderen Flugtermin umbuchen.

Welche Rechte hat ein Passagier bei Verspätungen?

In der EU und in der Schweiz können Fluggäste schon bei kürzeren Verspätungen auf ihre Rechte pochen: Bei Abflugverzögerungen von zwei Stunden bei Kurzstrecken (bis 1500 Kilometer), drei Stunden bei Mittelstrecken (bis 3500 Kilometer) und vier Stunden bei Langstrecken muss auf Wunsch «für das leibliche und kommunikative Wohl» des blockierten Fluggastes gesorgt werden.

Im Klartext: Passagiere haben dann Anspruch auf kostenlose Mahlzeiten, Erfrischungen, zwei Telefongespräche, Faxe oder E-Mails sowie - falls nötig - Hotelübernachtungen inklusive Transfer. Das gilt auch für Umsteiger, die an einem Flughafen festsitzen.

Wie verhalten sich Urlauber, die eine Pauschalreise gebucht haben?

Die Kündigung einer Pauschalreise wegen der Sperrung des Luftraums ist nur möglich, wenn sie sich bei späterem Antritt nicht mehr lohnt, etwa bei kurzen Reisen von wenigen Tagen. In diesem Fall wird der Reisepreis erstattet. Verzögert sich der Abflug bei längeren Reisen lediglich um einen oder zwei Tage, wäre dies ein Grund, den Reisepreis anteilig zu mindern. Pauschalreisende sollten sich bei ihrem Reiseveranstalter erkundigen, ob und wann die Reise angetreten werden kann.

Bahn und Mietauto

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