Flugbegleiter erschiesst verwirrten Passagier in Miami
Aktualisiert

Flugbegleiter erschiesst verwirrten Passagier in Miami

Am Airport von Miami haben Flugmarschalls einen Passagier, der angab eine Bombe zu tragen, erschossen. Die Behörden konnten im Nachhinein keine Bombe finden.

Der Mann habe am Mittwoch an Bord eines Passagierflugzeugs gesagt, er trage eine Bombe bei sich. Dies sagte James Bauerm, Chef der örtlichen Einheit bewaffneter Flugbegleiter, der so genannten «Sky Marshals».

Der Mann sei von den «Sky Marshals» gestellt worden, haben deren Anweisungen aber nicht Folge geleistet und sei geflohen. Daraufhin hätten ihn die Beamten erschossen. Es sei jedoch kein Sprengstoff gefunden worden, als Spezialisten anschliessend das Gepäck des Mannes kontrolliert sprengten.

Kein terroristischer Hintergrund

Es gebe keine Verbindung des Falls zu einem terroristischen Hintergrund oder anderen Ereignissen, sagte Bauer. Der Mann sei in Miami offenbar in Begleitung seiner Frau in das Flugzeug der American Airlines gestiegen. Als er an Bord war, habe er behauptet, er trage eine Bombe bei sich.

Die «Sky Marshals» hätten sich daraufhin zu erkennen gegeben, der Mann habe Anweisungen aber ignoriert. Stattdessen floh er aus der Machine und wollte über den Verbindungsgang in den Flughafen gelangen, wie eine Sprecherin des Ministeriums für innere Sicherheit sagte.

Dabei habe es ausgesehen, als wollte er in sein Gepäck greifen. Die «Sky Marshals» hätten «geeignete Massnahmen» ergriffen und mehrmals geschossen.

Depressiver ohne Medikamente?

Polizei und Spezialkräfte umstellten das Flugzeug anschliessend. Die Passagiere kamen mit erhobenen Händen aus der Maschine, wie es von den Sicherheitskräften angeordnet worden war. Spürhunde suchten das Gepäck der insgesamt 144 Passagiere nach Sprengstoff ab.

Die Maschine hätte von Miami aus in das ebenfalls im US- Bundesstaat Florida gelegene Orlando fliegen sollen. Der Getötete soll Medienberichten zufolge aus der Nähe von Orlando stammen.

Die Behörden konnten nicht bestätigen, ob der Getötete unter Depressionen litt, wie es der Bericht einer Augenzeugin nahe gelegt hatte. Eine Flugreisende hatte gesagt, sie habe gehört, wie eine andere Frau hinter dem Mann hergelaufen sei und ihn als ihren Ehemann bezeichnet habe. Er leide an Depressionen und habe seine Medikamente nicht bekommen, rief die hysterisch wirkende Ehefrau demnach.

Tausende von «Sky Marshals»

Es ist der erste Fall, in dem bewaffnete US-Flugbegleiter einen Menschen erschossen haben. Waren es vor den Anschlägen des 11. September 2001 nach offiziellen Angaben nur 33 solcher bewaffneter Flugbegleiter, soll ihre Zahl heute in die Tausende reichen. Genaue Zahlen werden jedoch nicht veröffentlicht.

(dapd)

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