Aktualisiert 10.01.2014 13:33

AufrüstenFlughafen Bern-Belp buhlt um reiche Edel-Touristen

Mehr Standplätze, neue Landesysteme und Anflüge aus dem Süden: Reichen Privatjet-Besitzern wird im Belpmoos der rote Teppich ausgerollt.

von
Christian Holzer
Attraktion oder Ärgernis? Die Privatjets gutbetuchter Flughafenkunden im Belpmoos.

Attraktion oder Ärgernis? Die Privatjets gutbetuchter Flughafenkunden im Belpmoos.

Der Flughafen Bern-Belp rüstet auf: Ab nächstem Jahr soll die Piste im Belpmoos auch im Blindflug angesteuert werden können. Ein neues GPS-System erlaubt es den Flughafenbetreibern, die Jets künftig auch im Südanflug nach Belp zu lotsen. Mehr Standplätze für Privatjets sollen zudem superreiche Edel-Touristen ins Oberland locken. «Wenn gutbetuchte Araber mit ihren Clans einfliegen, ist das lukrativ für die gesamte Region», jubiliert Tourismus-Leiter Stefan Otz aus Interlaken. Deshalb würden die Wüstenstaaten auch aktiv beworben.

Widerstand aus der Region

Aber nicht überall in der Region freut man sich über die geplanten neuen Flugrouten. Der Luftraum über Sumiswald etwa muss als Warteschleife für die Flugzeuge herhalten und das Aaretal wird zur neuen Anflugschneise. «Wir müssen uns gegen die Südanflüge wehren», sagte Gemeindepräsident Hansruedi Blatti aus Wichtrach in der «Berner Zeitung». Deshalb habe er ein Meeting mit betroffenen Gemeinden vorgeschlagen. «Wenn Südanflüge für arabische Kunden zum Standard werden, müssen wir uns auf viel Lärm gefasst machen», befürchtet Blatti. Auch bei der Berner Vereinigung gegen Fluglärm läuten die Alarmglocken: «Das neue Landesystem steigert die Attraktivität – dabei sollte man den Flugverkehr auf ein sinnvolles Mass beschränken», so Präsident Dan Hiltbrunner. Die detaillierten Pläne des Flughafens werden am Dienstag kommuniziert.

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