Ver(w)irrt in Berlin: Flughafen-Frau wird zur Sehenswürdigkeit
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Ver(w)irrt in BerlinFlughafen-Frau wird zur Sehenswürdigkeit

Seit Dezember lebt eine Finnin auf den Berliner Flughäfen. Sie hat kein Geld, keinen Pass und keine Heimat. Trotzdem will sie jetzt weg von Berlin – dort wird sie mittlerweile von zu vielen erkannt.

Die blonde Frau ist psychisch krank und lebt seit Monaten auf Berlins Flughäfen – zuerst Tegel, nun Schönefeld. Nachts schläft die Finnin dort, tagsüber fährt sie ziellos durch die Stadt.

Ihr Schicksal interessiert zunehmend mehr Menschen in und um Berlin, so dass sie oft viele Begleiter auf ihren S-Bahn-Touren hat, und auch zum Flughafen Schönefeld fahren Neugierige.

«Sie ist hier zur Sehenswürdigkeit geworden», erzählt Berlins finnischer Pfarrer Kai Henttonen der Nachrichtenagentur dpa. Das habe ihren psychischen Zustand verschlimmert. «Man muss sie endlich aufhalten», forderte Henttonen. Die 40-Jährige müsse in ihre Heimat und dort in ärztliche Behandlung zurückkehren, sagt er.

Sie will nicht zurück

Doch genau das lehnte die Finnin ab. Ein finnisches Gericht hatte in der vergangenen Woche einen amtlichen Betreuer für die Frau bestellt. Einen weiteren Vormund hat sie in Deutschland. Botschaftssprecher Leo Riski sagte: «Die finnischen Behörden agieren mit dem Ziel, eine Lösung im Sinne des Haager Abkommens über den internationalen Schutz von Personen zu erreichen.»

Der lange Amtsweg zu einer Lösung verärgert ihre Vertrauten und Verwandten in der Heimat. «Sie hat kein Geld zur Verfügung und sie braucht Pflege», schilderte Henttonen.

Die «B.Z.» meldet, die Finnin wolle zwar nicht zurück nach Hause, wohl aber weg aus Deutschland. «Sie sagt, Deutschland sei ein falsches Land», zitiert das Blatt den Pfarrer Henttonen. Doch sie habe ihren Pass und ihre Bankkarte weggeworfen. «Sie ist in einer Sackgasse. Und das ist ihr bewusst.»

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