Haiti: Flughafen in Port-au-Prince wieder offen

Aktualisiert

HaitiFlughafen in Port-au-Prince wieder offen

Rund fünf Wochen nach dem Erdbeben in Haiti soll der Flughafen von Port-au-Prince den normalen Flugverkehr wieder aufnehmen. Doch kurz nach dem verheerenden Erdbeben müssen die Menschen in Haiti schon weitere Naturkatastrophen befürchten.

Am Freitag sollen erste Passagiermaschinen aus Kanada und Frankreich Haiti anfliegen. Bei dem Erdbeben am 12. Januar war vor allem der Kontrollturm beschädigt worden. Die US-Armee richtete daraufhin ein provisorisches Kontrollzentrum im Flughafengebäude ein, von wo aus die Hilfe für Haiti aus der Luft gesteuert wurde.

Die Kontrolle über den Flughafen soll nun sukzessive wieder an die Haitianer gegeben werden. Eine internationale Geberkonferenz für den Wiederaufbau des zerstörten Landes wurde inzwischen von Mitte April auf Anfang Juni verschoben. Darauf verständigten sich Vertreter Haitis und der Dominikanischen Republik in Santo Domingo.

Der Grund für die Verschiebung war zunächst unklar. Zur Vorbereitung der Geberkonferenz sollen sich am 17. und 18. März hochrangige Vertreter der USA, Japans, Kanadas und der EU treffen und einen Aktionsplan ausarbeiten.

Dieser werde dann Ende März der UNO vorgelegt. Die Frage des Wiederaufbaus von Haiti kommt auch beim EU-Lateinamerika-Gipfel im Mai in Madrid zur Sprache. Bei dem Erdbeben am 12. Januar kamen mindestens 217 000 Menschen ums Leben. 300 000 wurden verletzt.

Nach UNO-Schätzung sind von insgesamt neun Millionen Haitianern derzeit etwa 1,2 Millionen obdachlos beziehungsweise leben in Notunterkünften. Die haitianische Regierung beziffert die Kosten des Wiederaufbaus auf rund zehn Milliarden Dollar.

Furcht vor schlimmer Hurrikansaison

Bald schon könnte den Haitianern neues Unglück drohen: Die Wahrscheinlichkeit schwerer Wirbelstürme in der Karibik ist in diesem Jahr höher als üblich. Laut Forschern der Universität Colorado könnten sich von Juni bis November über dem Atlantik zwischen 11 und 16 tropische Stürme bilden - normal seien 9 bis 10. Bis zu fünf Stürme dürften sich dabei zu ausgewachsenen Hurrikanen mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 178 Kilometern pro Stunde entwickeln.

Die Wahrscheinlichkeit, das sich Haiti in der Schneise eines Tropensturms befindet, liegt den Angaben zufolge bei 49 Prozent. Dabei könnte auch schon ein schwächerer Hurrikan verheerende Folgen für das Land haben, weil das Beben vom 12. Januar die ohnehin spärliche Infrastruktur Haitis weitgehend zerstört habe.

Auch internationale Hilfsorganisationen sehen dem Beginn der Regenzeit im April mit Sorge entgegen, da noch immer etwa 1,2 Millionen Menschen obdachlos sind oder in Notunterkünften hausen. Während Haiti im vergangenen Jahr die Hurrikan-Saison weitgehend unberührt überstand, fegten 2008 vier schwere Stürme über das Land hinweg - mehr als 800 000 Menschen wurden obdachlos. (sda/dapd)

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