Flughafen Kloten soll Hub bleiben
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Flughafen Kloten soll Hub bleiben

Die Zürcher Regierungsrätin Rita Fuhrer will am Hub in Kloten festhalten. Sie wehrt sich auch gegen mehr Bundeskompetenzen und gegen eine Verstaatlichung des Flughafens.

«Zürich braucht die Drehscheibenfunktion», sagte Fuhrer am Dienstag in einem Interview des «Tages-Anzeigers».

Nachdem bereits der Verwaltungsrat der Betreibergesellschaft Unique den Bericht zur Luftfahrtpolitik der Schweiz aus dem Departement von Verkehrsminister Moritz Leuenberger in den zentralen Punkten kritisiert hat, kann nun auch Fuhrer den Ideen kaum etwas positives abgewinnen. Sie hält zentrale Ideen des Berichts für falsch, wie sie in dem Interview sagte. Sie sei überzeugt, dass der Flughafen als Hub bestehen müsse. Nur so sei die interkontinentale Anbindung der Schweiz möglich, sagte sie. Für den Bund steht die Drehscheibenfunktion des Flughafens laut dem Bericht nicht mehr im Zentrum.

Auch die Wiederverstaatlichung des Flughafens ist laut Fuhrer eindeutig ein Fehler. Der Flughafen sei privatisiert worden, damit er in Krisenzeiten handlungsfähiger sei, sagte Fuhrer in dem Interview. Zudem sei eine Verstaatlichung konkret mit enormen Schwierigkeiten verbunden.

Weiter wehrt sich Fuhrer gegen die Idee des Bundes, mehr Planungskompetenzen an sich zu ziehen. Der Bund habe heute mit der Festlegung des Sachplans Infrastruktur und als Bewilligungsinstanz für neue Betriebsreglemente schon sehr viele Planungskompetenzen. «Nur hat er diese Kompetenzen bisher kaum wahrgenommen», sagte Fuhrer. Zudem konzentrierten sich die negativen Auswirkungen des Flughafens auf den Kanton Zürich. Die Anliegen der Zürcher Bevölkerung seien deshalb in jedem Fall sehr hoch zu gewichten.

Fuhrer sprach sich auch gegen eine Plafonierung der Flugbewegungen in Zürich aus, wie sie in einer Volksinitiative und vom Zürcher Kantonsrat verlangt wird. Die Immissionen dürften nicht allein durch Bewegungsbeschränkungen reduziert werden. Im Übrigen hält Fuhrer an der Nordausrichtung des Flughafens fest. Sie stellt langfristig eine Kombination des gekröpften Nordanflugs während den deutschen Sperrzeiten und mit Nord- und Ostanflügen während der übrigen Zeit zur Diskussion. «Wir müssen versuchen, mit Deutschland im Gespräch zu bleiben, und wieder auf eine neue Verhandlungsbasis zu kommen», sagte Fuhrer. Der Flughafen leide zurzeit unter erheblichen Einschränkungen, die zu vielen Verspätungen führten.

Erst am Montag hatte der baden-württembergische Umweltminister Stefan Mappus gesagt, dass er finanzielle Entschädigungen für die Wiedereinführung von Nordanflügen über Süddeutschland nicht akzeptieren werde. (dapd)

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