Kampfjets über der Stadt: Fluglärm lauter als die Kritik
Aktualisiert

Kampfjets über der StadtFluglärm lauter als die Kritik

Die Flugshow der Patrouille Suisse hat am Donnerstag die Besucher des St. Galler Symposiums und die Stadtbürger gleichermassen begeistert. Kritische Stimmen wurden aber wegen Fluglärm laut.

von
Julia Fischer
Die Patrouille Suisse sorgte gestern mit ihren Formationen bei vielen für Begeisterung. (Bild: juf)

Die Patrouille Suisse sorgte gestern mit ihren Formationen bei vielen für Begeisterung. (Bild: juf)

«Einfach spektakulär! So etwas habe ich noch nie erlebt», sagte eine Teilnehmerin des St. Galler Symposiums direkt nach der 22-minütigen Flugshow. Auch Edward Bischof, ein Anwohner aus Rotmonten, war begeistert: «Die Patrouille Suisse ist eine Bereicherung. Der Auftritt war trotz des Lärms absolut berechtigt.» Dieser Meinung waren wohl auch die zahlreichen Schaulustigen, die von den Drei Weieren aus zuschauten, wie die Flieger ihre halsbrecherischen Formationen flogen. Selbst in der Innenstadt waren Dutzende Personen extra auf die Dachterrassen gestiegen. Für viele St. Galler dürfte es die erste Darbietung der Patrouille Suisse gewesen sein. «Wir fliegen nur zu ganz besonderen Anlässen», erklärt Kommandant Daniel Hösli. Im Kanton St. Gallen komme das nur alle zehn Jahre vor.

Für Thomas Schwager, Fraktionspräsident der Grünen, ist das immer noch zu oft. «Eine Minderheit auf dem Berg hat sich ein Fest gemacht und dafür die ganze Stadt mit Lärm überzogen», sagt er. Darum hat er eine Einfache Anfrage an den Stadtrat gestellt: «Ich will wissen, wer die Bewilligung für die Flugshow erteilt hat.» Die Patrouille Suisse indes kann der Vorstoss nicht aufhalten: Bei schönem Wetter drehen die Jets am Freitag ab 13.40 Uhr nochmals ihre Runden über der Stadt.

Die brisantesten VBS-Abbaupläne

Das Diskussionspapier des Verteidigungsdepartements enthält unter anderem folgende Arbeitsthesen:

■ Die Kernlegitimation der Armee ist in Zukunft nicht mehr, Kriege zu führen, sondern «relevante Beiträge» zur inneren Sicherheit zu leisten.

■ Aus Kostengründen sollen «grosse Systeme liquidiert» werden. Primär solche, die nur zur Abwehr eines militärischen Angriffs dienen, also Fes­tungen, Artillerie, Fliegerabwehr und Panzer. Laut «Weltwoche» handelt es sich dabei konkret um die mittlere Fliegerabwehr (Rapier-Raketen), die Panzerhaubitze M-109, den Kampfpanzer Leopard 2, den Schützen­panzer 2000 und die Festungsartillerie ­Bison.

■ Der Armeebestand soll aus «demografischen und finanziellen Gründen» um mindestens einen Viertel reduziert werden.

■ Ebenfalls aus Kostengründen soll die Zahl der Diensttage gesenkt werden.

■ In den nächsten Jahren soll nicht der Kauf von Rüstungsgütern im Vordergrund stehen. Wichtiger ist die Finanzierung des Materialabbaus.

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